17.07.2020 10:33 |

Nörgeln rettete Leben

27 Jahre kein Zahnarzt - Brite verliert Kiefer

Die meisten Menschen empfinden einen Zahnarztbesuch nicht gerade als angenehm - ein 51-jähriger Brite hatte allerdings solche Angst vor einem solchen Termin, dass er 27 Jahre lang keine Ordination aufsuchte. Seine Ehefrau konnte ihn mit ihrem ständigen Nörgeln schließlich überzeugen, seine Mundhöhle durchchecken zu lassen. Keine Sekunde zu früh: Der Zahnarzt fand einen Tumor in der Größe einer Faust in Darren Wilkinsons Mund. Ein Großteil seines Unterkiefers musste entfernt werden.

Es fing mit ein wenig Blut am Kopfkissen an - was sich erst nicht als so dramatisch darstellte, sollte sich schließlich als riesiger Tumor entpuppen. Als sich Wilkinson von seiner Frau nach 27 Jahren schließlich zu einem Besuch beim Zahnarzt überreden ließ, enthüllte ein Röntgenbild einen riesigen schwarzen Schatten inmitten seines Gesichts.

Seine Ehefrau Mel, eine ehemalige Lehrerin, versuchte ihn schon lange zu einem Arzttermin zu überreden, scheiterte aber lange Jahre. Der Brite hatte in seinen 20ern eine Zahnentfernung, die er als traumatisch beschreibt - seitdem weigerte er sich, seinen Mund durchchecken zu lassen. Nur das hartnäckige Nörgeln von Mel konnte ihn schließlich überzeugen, doch zu einem Zahnarzt zu gehen.

Ehefrau: „Ich dachte, er putzt sich die Zähne nicht richtig“
Als der Mediziner den Patienten untersuchte, traute er erst seinen Augen nicht. „Er machte ein Röntgenbild, das einen massiven Schatten, ein schwarzes Loch, in der Mitte seines Gesichts zeigte. Der Zahnarzt sagte, er habe so etwas noch nie zuvor gesehen“, berichtete Mel gegenüber der „Daily Mail“. Auch sie dachte anfangs nicht, dass es sich um eine so ernste Sache handeln könnte. „Er wachte morgens mit Blut auf seinem Kopfkissen auf und hatte von Zeit zu Zeit einen wirklich schlechten Atem. Ich dachte einfach, er putzt sich die Zähne nicht richtig“, so Mel.

Kiefer war so dünn, dass er beim Essen zu brechen drohte
Glücklicherweise stellte sich der Tumor, der im April vergangenen Jahres entdeckt wurde, als gutartig heraus. Es folgten zwei Biopsien rund um den Jahreswechsel, dann sorgte die Corona-Pandemie noch für einen Aufschub der Operation, da diese nicht als dringend gewertet wurde. Wilkinson litt sehr, während er auf den Eingriff wartete: „Er durfte keine feste Nahrung zu sich nehmen, weil sein Kiefer an manchen Stellen so dünn war, dass er zu brechen drohte“, so Wilkinsons Gattin.

Schließlich wurden ihm im April mehr als 90 Prozent seines Kiefers und die meisten Zähne entfernt und gegen ein Titan-Gerüst ersetzt. Obwohl der Tumor nicht bösartig war, drohte er, auf andere Bereiche des Kopfes, wie Nase oder Schädel, überzugreifen. Doch die OP verlief nicht ohne Komplikationen - aufgrund einer Sepsis, die danach auftrat, musste sich Wilkinson insgesamt noch sechsmal unters Messer legen. Drei Monate wurde er anschließend künstlich ernährt.

Wilkinson erholt sich noch immer von dem schweren Eingriff - er hofft, dass er ein Transplantat bekommt, das aus seinem Unterschenkel geformt wird, um den Kiefer zu ersetzen. Er setzt sich nun auch dafür ein, dass alle Zahnarztpatienten ein Röntgen bekommen, damit der selten vorkommende Tumor schnell entdeckt werden kann.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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