14.07.2020 17:16 |

Flächen kontaminiert

Frau infiziert mit einer Aufzugsfahrt 71 Menschen

Die Frau wies keine typischen Symptome auf, weshalb es zu dieser eklatanten Ansteckung gekommen sein dürfte. Wissenschaftler vermuten, dass die chinesische US-Rückkehrerin mit der Fahrt im Aufzug die Kabine kontaminiert habe und das Virus über die Oberflächen übertragen wurde. Zum Zeitpunkt der ersten Infektion gab es in der betroffenen Provinz seit acht Tagen keine Corona-Fälle mehr.

Die Frau habe die 71 weiteren Personen unwissentlich mit dem Coronavirus infiziert, als sie nach einer USA-Reise wieder in die chinesische Provinz Heilongjiang zurückkehrte, berichtet die britische Zeitung „The Independent“. Dabei wies sie keinerlei Krankheitssymptome auf und auch ein erster Corona-Test verlief negativ. Da sie aber gerade aus einem Risikogebiet zurückkam, musste sie sich in ihrer Wohnung selbst isolieren.

Nachbarn unwissentlich angesteckt
Im Aufzug selbst sei sie alleine gewesen, kurz darauf fuhr aber ein Nachbar mit diesem und die Infektionskette nahm ihren Lauf. Wissenschaftler aus der Provinz Hubei kommen zu dem Schluss, dass das Virus wohl über die Oberflächen im Aufzug übertragen wurde. Während die Frau keinerlei Kontakt zu weiteren Personen hatte, kam es zu ersten Infektionen unter den Nachbarn und in deren Umfeld.

Verbreitung in Krankenhäuser
Eine Studie zeigt nun, wie sich der Erreger in der Folge weiter ausbreitete: Der Nachbar übertrug das Virus auf seine Mutter und deren Lebensgefährten. Drei Tage später besuchten diese eine Party, kurz darauf erschien einer der Gäste mit hohem Fieber im Krankenhaus und auch seine Familie musste eingeliefert werden. Von diesem Cluster breitete sich das Virus immer weiter aus und betraf schließlich immer mehr Krankenhäuser. In der Klinik des Partygasts zählten die Wissenschaftler mindestens 28 Infektionen, nach der Verlegung in ein anderes Krankenhaus wurden auch dort 20 Fälle festgestellt.

Frau ohne Symptome
Unter den Fällen, die in direkter Verbindung mit dem Hochhaus standen, gab es jedoch keinen, der in den 14 Tagen vor der Infektion in einem Corona-Gebiet gewesen war. Erst als die Forscher von der Frau erfuhren, die kürzlich in den USA gewesen war, konnten sie den Anfang der Infektionskette in der Provinz identifizieren. Bei einem Test wurden schließlich Antikörper im Körper der Frau nachgewiesen.

Schlechte Belüftung in Aufzügen
Laut dem deutschen Robert-Koch-Institut kann das Coronavirus auf Edelstahl bis zu 48 Stunden nachgewiesen werden, auf Kunststoff bis zu 72 Stunden. Die untersuchte Viruslast sei in diesen Fällen allerdings gering. Neben der Übertragung über die Oberflächen gelten Aufzüge auch wegen der schlechten Belüftung als besonders gefährliche Hotspots der Virusverbreitung.

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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