29.06.2020 07:28 |

Für Österreich-Urlaub

Reisende aus Gütersloh brauchen Corona-Test

Nach dem großen Corona-Ausbruch bei dem Fleischverarbeiter Tönnies im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen dürfen Menschen aus der betroffenen Region nicht mehr unbehelligt nach Österreich reisen: Wer aus dem Kreis Gütersloh kommt, muss künftig einen negativen Coronavirus-Test vorweisen können, kündigte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Sonntagabend in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ an.

Eine Reisewarnung gilt nur noch für den Kreis Gütersloh und nicht mehr für das ganze Bundesland, wie das noch vergangene Woche der Fall war. Bei dem größten Fleischproduzenten in Deutschland hatten sich zuvor Tausende Menschen mit dem Erreger angesteckt, zwei deutsche Landeskreise wurden daraufhin abgeriegelt.

Kontrollen an Flughäfen und Grenzen
„Wir machen da eine gemeinsame Linie“, sagte Anschober. Der Test für Menschen aus dem Kreis Gütersloh dürfe nicht älter als 48 Stunden sein, damit sie die Grenze zu Österreich überschreiten dürfen. Menschen aus dieser Region müssten an Flughäfen, aber auch bei der Einreise per Auto mit Kontrollen rechnen, sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). Die Pläne gelten nicht für Reisende aus dem angrenzenden Kreis Warendorf, wo sich die Zahl der Corona-Infektionsfälle deutlich besser entwickelt habe, hieß es.

Auch Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) erklärte, dass eine Reisewarnung nur noch für den Kreis Gütersloh gelte. Köstinger sagte am Samstagabend in der Sendung „Bild live - Die richtigen Fragen“: „Mit heute 0 Uhr wird die allgemeine Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen aufgehoben, sie wird nur mehr für den Kreis Gütersloh gelten.“

Mitarbeiter verbreiteten Erreger außerhalb der Fabrik
Aber auch für Bewohner der betroffenen Region um die Großschlachterei Tönnies gelte: Wer einen negativen Corona-Test vorweise, werde „seinen Urlaub in Österreich antreten können“. Beim Fleischfabrikanten Tönnies im Kreis Gütersloh hatten sich mehr als 1500 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Laut Behörden gibt es inzwischen auch außerhalb der Belegschaft einen merklichen Anstieg neuer Fälle.

In den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes in Berlin hieß es am späten Sonntagabend, laut Mitteilung des österreichischen Gesundheitsministeriums müssten Reisende aus Gütersloh ab Montag 00.01 Uhr bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen.

Massen-Tests sollen Ausbruch eindämmen
Aus Regierungskreisen im Bundesland Nordrhein-Westfalen hieß es, Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) habe am Wochenende mehrfach mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) telefoniert und die Lage mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen in der Corona-Pandemie erörtert. Laschet habe die Maßnahmen der betroffenen Kreise und des Landes zur Eindämmung des Ausbruchs sowie die Anstrengungen zur massiven Testung der Tönnies-Mitarbeiter, ihres Umfelds und der Gesamtbevölkerung erläutert. Kurz hat demnach seine Anerkennung dafür zum Ausdruck gebracht sowie das konsequente und umfassende Vorgehen begrüßt.

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