Prozess in Linz

Soldat schoss auf Freund: Opfer sitzt im Rollstuhl

Sie waren einst gute Freunde. Bis zum 27. November des Vorjahres, als ein Berufssoldat (26) in der Wohngemeinschaft des Freundes auf diesen schoss. Sein Kumpel sitzt nun im Rollstuhl. Wie es zu dem tragischen Schuss kam, darüber konnte man sich vor der Linzer Richterin Karin Roider am Donnerstag nicht einigen.

„Er hat im Spaß auf mich gezielt und abgedrückt“, erinnert sich das 25-jährige Opfer. Das bestreitet der Soldat, ein Waffennarr, der als Ausbildner mit Waffen arbeitet und von sich sagt, dass er privat täglich mit einem Schießtrainer übt.

Opfer nicht wahrgenommen
Am 27. November war er nach dem Besuch am Weihnachtsmarkt, bei dem er vier oder fünf Gläser Punsch getrunken hatte, in der WG des Freundes zu Gast. Dort packte er seine Glock 19 aus. Angeblich um sie einem Anwesenden zu zeigen. Er habe abgezogen, sei aber davon ausgegangen, dass eine Übungspatrone im Magazin war. Das Opfer habe er gar nicht wahrgenommen. „Es war grundsätzlich ein Fehler, dass ich die Waffe herausgenommen habe.“

Urteil nicht rechtskräftig
Das Urteil - 2400 Euro Geldstrafe und fünf Monate bedingt, nicht rechtskräftig - geht von grober Fahrlässigkeit aus. Richterin Roider: „Auch dass Alkohol und Waffengebrauch nicht zusammengehen, ist klar.“ Der Ex-Freund im Rollstuhl bekommt 5000 Euro Teilschmerzensgeld, weitere Forderungen muss er einklagen.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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Freitag, 22. Oktober 2021
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