24.06.2020 08:00 |

Künstliche Beschneiung

Umweltanwaltschaft kritisiert Gaißau-Pläne

Eine dringend notwendige Millionen-Investition oder ein massiver Eingriff in den Lebensraum von vielen Tieren? Ein knapp 150.000 Kubikmeter großer Speicherteich im Bereich der Latschenalm samt künstlicher Beschneiung soll die Zukunft der maroden Gaißauer Bergbahnen sichern – und lässt die Wogen hoch gehen.

Mit Beginn der Wintersaison 2021/22 sollen die Skilifte in Gaißau-Hintersee wieder fahren. Ein großer Speicherteich im Bereich der Talstation des Latschenalm-Liftes samt Schneekanonen soll künftig die ganze Saison Schnee garantieren. So lauten die Pläne der designierten neuen Eigentümer der maroden Gaißauer Bergbahnen.

Auf der Suche nach dem Alpensalamander

Bei einem Lokalaugenschein stellen sie heute, Mittwoch, ihr Konzept Behördenvertretern, Naturschützern und der Landesumweltanwaltschaft vor – und müssen dabei mit kräftigem Gegenwind rechnen. „Der geplante Speicherteich liegt in einem naturnahen Waldbereich, hier würde man Lebensraum für viele Tiere zerstören“, sagt Landesumweltanwältin Gishild Schaufler. Geschützte Tierarten müssten im Fall der Fälle umgesiedelt werden, für manche Arten gebe es noch strengere Bestimmungen. „Sollte man dort etwa Alpensalamander oder Zauneidechsen finden, haben die neuen Eigentümer ein echtes Problem“, sagt Schaufler. Eine Bewilligung sei dann nur sehr schwer zu bekommen. Und: „Für die Beschneiung müssen noch sämtliche Leitungen verlegt werden. Das sind riesige Eingriffe und muss genau geprüft werden.“

Berthold Lindner, einer der beiden neuen Eigentümer, bleibt gelassen. „Wir erheben derzeit genau, welche Tiere am geplanten Standort leben. Es wird Ausgleichsmaßnahmen geben müssen, davon gehen wir aus.“ Sämtliche Bauarbeiten sollen möglichst umweltschonend durchgeführt werden. „Alle Empfehlungen nehmen wir gerne auf“, sagt Lindner.

Nikolaus Klinger
Nikolaus Klinger
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