23.06.2020 16:17 |

Druck auf China wächst

Abrüstungsgespräche: Ein Wiedersehen in Wien

Ohne greifbares Ergebnis sind die Abrüstungsgespräche zwischen Russland und den USA im Wiener Palais Niederösterreich am Montag zu Ende gegangen. Aber man redet zumindest weiter miteinander. Nun sollen Arbeitsgruppen gebildet werden. Und diese werden sich dem Vernehmen nach ebenfalls in Wien treffen.

US-Chefverhandler Marshall Billingslea bedankte sich am Dienstag bei der österreichischen Bundesregierung für ihre Rolle als Gastgeber und bat gleichzeitig darum, die Bundeshauptstadt erneut als Tagungsort nutzen zu dürfen. Wenn es nach dem US-Sondergesandten für Rüstungskontrolle geht, sollten ehebaldigst auch Vertreter aus China dabei sein.

„Wir werden sie weiterhin einladen“, betonte Billingslea am Dienstag vor Journalisten in Wien. China habe eine Verpflichtung, sich den Abrüstungsgesprächen zwischen den USA und Russland anzuschließen. Gleichzeitig warnte er auch, das Programm Pekings für nukleare Aufrüstung sei „geheim, nicht transparent und wird nicht aufhören“.

China lehnt trilaterale Gespräche bisher ab
Die USA hatten zuletzt immer wieder Druck auf Moskau ausgeübt, China an den Verhandlungstisch zu bringen. Peking hat sich jedoch bisher gegen trilaterale Gespräche gewehrt und argumentiert, dass es weit hinter Moskau und Washington liege, die zusammen mehr als 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen besitzen. Konkret verfügt SIPRI zufolge Russland über 6375 nukleare Sprengköpfe, die USA über 5800 und China über 320.

Russland sprach sich laut Billingslea für ein multilaterales Format unter Einbeziehung der europäischen Atomwaffenmächte Großbritannien und Frankreich aus. Das schloss auch der US-Chefverhandler nicht aus. Nach Wunsch von US-Präsident Donald Trump muss allerdings nicht nur China Teil des neuen Abkommens sein, sondern dieses soll dem US-Chefverhandler zufolge unter anderem auch „alle nuklearen Waffen“ beinhalten. Außerdem wolle Trump ein neues Maß an Transparenz.

krone.at/Kronen Zeitung

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