10.06.2020 09:01 |

Kultur & Prävention

Festspiel-Tanz auf einem „sehr dünnen Eis“

Beharrlichkeit, die sich bewährt hat. Das lässt die Salzburger Festspiele nun doch komprimiert jubilieren. "Wir sind uns der Verantwortung bewusst, als einziges Festival in diesem Sommer. Es ist ein Tanz auf sehr dünnem Eis‘‘, meinte Intendant Markus Hinterhäuser bei der Programmpräsentation am Dienstag.

Sie habe nicht eine Minute daran gezweifelt, dass man spielen werde, sagte Festival-Präsidentin Helga Rabl-Stadler. Ihre optimistische Beharrlichkeit führte in Kombination mit einem Etappen-Plan zumindest dazu, dass es komprimiert-modifizierte Festspiele „als eine Art Hochschaubahn’’ geben kann: 110 Aufführungen von 1. bis 30. August, mit zwölf Opern-Vorstellungen (R. Strauss „Elektra“, dirigiert von Franz Welser-Möst, „Cosi fan tutte“, Joana Mallwitz), 29 Schauspiel-Aufführungen, 14 Mal Jedermann und Peter Handkes „Zdenek Adamec“ als Uraufführung. Dazu 53 Konzerte (Wiener Philharmoniker, Mozart Matineen mit Mozarteum-Orchester, Camerata oder Igor Levits Beethoven-Marathon mit allen Klaviersonaten, Superstimmen wie Cecilia Bartoli, Anna Netrebko), dazu „Reden über das Jahrhundert“ mit Zeitzeugin Anita Lasker-Wallisch, die ursprünglich als Eröffnungsrednerin fungieren sollte.

„Wir lassen kein Genre aus, aber einiges weg. Was fehlt, folgt 2021, das wird den normalen Zeitrahmen aber nicht sprengen’’, präzisiert Intendant Markus Hinterhäuser, der sich in den letzten Wochen bei „dieser Leere oft wie in einem Geisterhaus vorkam. Die Strategie erwuchs aus Trotz, Trauer, Hoffnung und Solidarität.“ Dazu kam der Schmerz, einigen absagen zu müssen. „In Summe zeigen wir Neues und eine Zusammenfassung.’’

Über allen Plänen schwebt natürlich das Pandemie-Gespenst, Priorität haben Sicherheit und Gesundheit. Hinterhäuser: "Alles wird sich nach Corona irgendwie ändern.’’

80.000 Tickets sind neu zu vergeben

Das Maßnahmenpaket dazu skizzierte Finanzchef Lukas Crepaz, der sich mit einer Budgetminderung von ursprünglich gut 68 Millionen auf rund 41 auseinandersetzen muss. „Im Schnitt werden wir 50 Prozent Auslastung haben.“ Und auch als Sicherheitskoordinator mit einem Expertenrat amtiert. Es können maximal 80.000 Gäste Platz finden, alle ursprünglich schon verkauften 180.000 Tickets verloren ihre Gültigkeit. Ticketchef Christoph Engel arbeitet mit seinem Team und permanentem Hochdruck an einer „durch Algorithmen möglichst gerechten Neuzuteilung.‘‘

 Salzburg-Krone
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