10.06.2020 06:00 |

Umbau des Parlaments

Steirer als höchster Mann im Hohen Haus

Der Grazer Robert Wendl leitet Generalsanierung an Wiener Ringstraße. Rund 400 Handwerker aus 40 Nationen hören auf sein Kommando.

Alles hört auf sein Kommando - im Parlament passiert im Moment nichts ohne die Zustimmung von Robert Wendl. Der Grazer hat sozusagen Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka als höchsten Mann im Hohen Haus vorübergehend abgelöst. Wendl und sein Zivilingenieurbüro zeichnen nämlich gemeinsam mit Werner Consult für die Bauaufsicht der Generalsanierung des Parlaments verantwortlich.

Koordinieren und kontrollieren
„Zweifellos das bisher prestigeträchtigste Projekt meiner Karriere“, lächelt der Steirer. So koordinieren und kontrollieren Wendl und sein 25-köpfiges Team momentan 400 Handwerker (vor Corona waren es sogar 580) aus 40 Nationen auf der wohl spektakulärsten Baustelle des Landes. „Man kann sich vorstellen, wie sich diese Menge an Menschen auf einer Fläche von 50.000 Quadratmetern verteilt auf mehreren Geschoßen verliert - ohne unsere iPads, auf denen wir mit einer Software alle Arbeiten auch bildlich dokumentieren und koordinieren, wären wir aufgeschmissen.“

Besonders herausfordernd ist natürlich die historische Struktur des in den Jahren 1874 bis 1883 erbauten ehemaligen Reichsratsgebäudes. „Es sind ja mehrere Baustile vereint. Nach den Bombentreffern im Zweiten Weltkrieg hat man etwa aus Kostengründen qualitativ nicht wirklich hochwertig renovieren können. Dazu kommt, dass wir aus Platzgründen nur einen Außenkran aufstellen konnten - die Überführung der Materialien zu ihrem Bestimmungsort ist deshalb sehr aufwändig.“ Da man außerdem die Wiener Ringstraße auch schwer mit zehn Schwer-Lkw vollstellen kann, muss Wendl auch die Logistik punktgenau planen. Und dazu wird der Bautrupp auch immer wieder von „plötzlich“ auftauchenden Räumen, die auf keinem Plan verzeichnet sind, überrascht.

Dennoch kann sich der Grazer aktuell keinen schöneren Arbeitsplatz vorstellen. „Wenn man im Bundesversammlungssaal oder in der 20 Meter hohen Säulenhalle steht, ist das schon ein ziemlicher Wahnsinn und unglaublich beeindruckend.“ Im nächsten Jahr soll dann alles fertig sein.

Und obwohl Wendl bereits für Voestalpine-Großprojekte, die neue Chirurgie am LKH-Univ. Klinikum Graz oder gerade für den Neubau des LKH Oberwart verantwortlich zeichnet, das Hohe Haus bleibt wohl auf ewig seine Nummer eins.

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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