29.05.2020 06:00 |

Ibiza-Vollversion

Letzte Geheimnisse der sieben Stunden in der Villa

Von 20.20 Uhr abends bis 3.38 Uhr nachts lief die Video-Falle auf der Partyinsel Ibiza. Außer auf dem veröffentlichten Kurzclip (siehe oben) finden sich keine strafbaren Tatbestände. Was die Ermittler schon alles über die „schoafe Russin“ wissen.

Nur knapp sieben zusammengeschnittene Minuten sprengten im Mai 2019 die türkis-blaue Regierung und stürzten Vizekanzler Heinz-Christian Strache an der Spitze der FPÖ. Nach und nach kommen immer mehr Details der Video-Falle aus jener verhängnisvollen Sommernacht im Juli 2017 auf der spanischen Partyinsel ans Licht.

Aus sieben Perspektiven gefilmt
Tatsächlich nahmen die unter anderem in einem Kaffeebecher oder einem Lichtschalter versteckten „James-Bond-Kameras“ in der Balearen-Villa von 20.20 Uhr abends bis 3.38 nachts auf. Im Wohnzimmer, im Garten oder in der Küche wurde aus sieben Perspektiven heimlich gefilmt.

Die von der Soko Ibiza sichergestellten historischen Bild- und Tonaufnahmen aus der Finca dauerten also sieben Stunden und 18 Minuten. Die restlichen Clips stammen von Treffen vor und nach dem Hinterhalt mit der „schoafen Russin“ (und teils dem früheren Wiener FPÖ-Chef Johann Gudenus) in Wiener Nobelhotels.

Vollversion Ende April in einer Wohnung sichergestellt
Entdeckt wurde das Ibiza-Video mit einer Größe von 128 Gigabyte schon Ende April auf einer Speicherkarte in der Wohnung eines Mitwissers aus dem Kreis rund um Ex-Detektiv H.. Erst nach sechs Verhören offenbarte der Verdächtige das Geheimversteck.

Die letzten Geheimnisse der mehr als sieben unveröffentlichten Filmstunden zeigen laut Einschätzungen aus Ermittlerkreisen keine weiteren strafbaren Tatbestände als die bisher bekannten - wie verdeckte Parteispenden oder Untreue etc.

Machtrausch und böse Gerüchte über Politiker
Außer Politiker (Kanzler Sebastian Kurz und sein Vorgänger Christian Kern) würden üble Nachrede wegen böser Gerüchte privat klagen wollen. Der Rest ist zack, zack, zack machtberauschte Peinlichkeit, dem fortschreitenden Abend und Wodka Red Bull geschuldet.

Verschwörungstheorien lösen sich in Luft auf
Als gesichert gilt auch: Der Ibiza-Bande rund um einen Wiener Anwalt, Straches Ex-Bodyguard und Sicherheitssöldner ging es um kein zivilgesellschaftliches Projekt, sondern einfach um Geld. Verschwörungstheorien um Nachrichtendienste lösen sich in Luft auf.

Aber was weiß man über den schönen Lockvogel mit dem gefälschten lettischen Reisepass? Die angebliche Oligarchen-Nichte „Alyona Makarov“ sei Anfang 30 und gebildet. Sie sprach akzentfrei russisch und stammt aus dem baltischen oder serbischen Raum.

Christoph Budin, Kronen Zeitung/krone.at

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