26.05.2020 14:48 |

Klage wegen Busen-Pics

Leopold: „Wurde als geldgierige Hure beschimpft“

Im April hat Nadine Leopold mit einem Instagram-Posting für reichlich Schlagzeilen gesorgt. Darin erklärte die Kärntner Victoria‘s-Secret-Beauty, sie werde wegen ungewollt erschienener Nacktaufnahmen das Magazin „Madame“ verklagen. Jetzt sprach die 26-Jährige ganz offen über ihre Beweggründe und über den Hass, der ihr seit dieser Entscheidung entgegenschlägt. 

Zu freizügige Fotos, die das Magazin „Madame“ abgedruckt hatte, brachten Nadine Leopold in Rage. „In zehn Jahren wurden meine Rechte als Model und Frau noch nie so sehr verletzt“, erklärte sie ihre Entscheidung, gegen die Zeitschrift rechtlich vorzugehen, nun der „Bild“-Zeitung. „Ohne meine Einwilligung wurden Fotos veröffentlicht, in denen meine Brust deutlich sichtbar ist.“ 

Sie habe der Redakteurin beim Shooting klar gesagt, dass sie das nicht wolle. Auch habe sie Einblick in die Aufnahmen des Fotografen bekommen. „Keines der Fotos zeigte Nacktheit, sodass ich nicht wusste, dass es Nacktaufnahmen gab“, so die Kärntnerin, die bereits für Victoria‘s Secret über den Laufsteg schwebte.

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Keines der Fotos zeigte Nacktheit, sodass ich nicht wusste, dass es Nacktaufnahmen gab!

Nadine Leopold

Eine Sprecherin des Magazins dementierte unterdessen die Vorwürfe: „Für ,Madame‘ ist ein Nein immer ein Nein. Nadine Leopold hat beim Shooting aber nicht Nein gesagt. Die Fotos, um die es in dem Verfahren geht, wurden einvernehmlich gemacht.“

Models oft „am Set ausgebeutet“
Für Leopold umso mehr ein Grund, an der Klage festzuhalten. „Es geht in meinem Fall nicht nur um meine eigenen Rechte als Frau und Model. Ich möchte mich für alle jungen Mädchen einsetzen, die nicht den Mut oder die Ressourcen haben, sich gegen solche Situationen zu verteidigen“, stellte sie im Interview nun klar. Denn: „Die Hilflosigkeit, der Schmerz und die Schande, die sie erleben, wenn ihr nackter Körper ohne ihre Zustimmung veröffentlicht wird, ist unbeschreiblich.“

Viele junge Models werden „am Set ausgebeutet“, ist sich Leopold zudem sicher. Fotografen, die in der Regel viel älter seien, würden die Mädchen in Situationen bringen, „in denen sie sich schutzlos fühlen“. „Wenn wir das weiter unter den Teppich kehren, werden sich die Dinge nie ändern“, ist sich das österreichische Topmodel sicher.

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Ich hatte private Nachrichten, in denen ich als geldgierige Hure beschimpft wurde.

Nadine Leopold

Dass sie für diese Entscheidung nicht nur Zuspruch bekomme, sondern auch angefeindet werde, müsse sie wohl in Kauf nehmen. „Ich hatte private Nachrichten, in denen ich als geldgierige Hure beschimpft wurde“, erklärte Leopold. Auch berufliche Konsequenzen werde sie davontragen, ist sich der Model-Engel sicher. „Ich akzeptiere, dass ich vielleicht weniger Jobs bekomme. Aber die Leute, die mich nicht buchen, weil ich mich gegen den Missbrauch ausspreche, sind die Leute, für die ich nicht arbeiten möchte.“ 

Hilfe für junge und unerfahrene Model-Kolleginnen biete sie auch in ihrem Podcast „I Choose Me“ an. Darin spreche sie auch Themen wie Essstörungen, Missbrauch am Arbeitsplatz oder in Beziehungen an. „Psychische Gesundheit ist ein großes Thema in meiner Branche. Es ist so wichtig, sich in schwierigen Situationen nicht allein zu fühlen.“

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