„Nicht mehr glaubhaft“

Rummenigge und DFB-Boss für Gehaltsobergrenze

Einen Tag nach Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat sich auch der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für eine Gehaltsobergrenze im Fußball ausgesprochen. „Wir müssen auch den Profifußball wieder näher zu den Menschen bringen“, sagte Fritz Keller am Dienstag in einem Video-Pressegespräch zu seiner in einem Fünf-Punkte-Plan festgehaltenen Zukunftsvision.

„Provisionen für Spielerberater und immense Transfersummen irritieren die Gesellschaft zunehmend und entfremden sie von unserem geliebten Sport“, erklärte Keller, der sich erfreut zeigte, dass auch Rummenigge seiner Meinung ist. Er hat „international Gewicht in der Branche. Damit haben wir eine ganz, ganz große Chance, in der Angelegenheit einen Schritt weiterzukommen“, sagte der DFB-Chef.

Der 63-Jährige hatte zuletzt mit Kritik aufhorchen lassen. Ihm sei es dabei um das Gesamtbild der Branche gegangen, die in der Corona-Krise sehr viel Kritik einstecken musste. Wenn einige Fußballprofis Bilder aus Learjets oder Luxuskarossen in den sozialen Netzwerken posteten, habe dies „mit einer Vorbildfunktion nichts zu tun“. Das schade dem Fußball ebenso wie die „unsinnigen Gehälter und Ablösesummen, die nicht mehr glaubhaft sind und für die man sich fremdschämt“, erklärte Keller. „Man denkt, das ist von einer anderen Welt. Wir müssen über eine Gehaltsobergrenze reden.“

Dies habe er bereits mit Europa-Politikern getan. Nun will Keller in einem Brief an UEFA-Präsident Aleksander Ceferin auch den europäischen Fußball-Verband für das Thema sensibilisieren. „Über eine Ausweitung des Financial Fairplay sollte es möglich sein“, bekräftigte der DFB-Präsident. Am Ende müsse „eine europarechtskonforme Regelung stehen, die auch für Großbritannien gilt“.

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Freitag, 23. Oktober 2020
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