16.05.2020 15:18 |

Protest nach Panne

Gefährlicher Zwischenfall im Schrottmeiler Temelin

Protesthagel heimischer Umweltschützer nach einer neuerlichen Panne im Schrottreaktor Temelin, der nur 60 Kilometer von der Grenze zu Österreich steht. Der Reaktorblock war erst am Montag nach dem Brennelementewechsel und Wartungsarbeiten wieder gestartet. Jetzt musste am Freitag eilig herunter gefahren werden

„So ein dramatischer Zwischenfall ist jedes Mal ein besonderes Risiko und beansprucht das Material des Reaktors sehr, wenn dieser in Rekordzeit heruntergefahren wird“, wettert Martin Litschauer, Anti-Atom-Sprecher der Grünen im Nationalrat. Erst Ende März hatte CEZ die Verlängerung der Betriebsgenehmigung für den betroffenen Reaktorblock beantragt. Sie würde im Oktober auslaufen.

„Viele Sicherheitsprobleme in letzten zwei Jahrzehnten nicht behoben“
„Die Kombination russischer Reaktor- mit US-amerikanischer Technik wie hier hat in den letzten Jahrzehnten ihre Störanfälligkeit bewiesen und wurde bereits bei den Verhandlungen zum Melker Protokoll aufgezeigt“ erinnert Litschauer. Global-2000-Nuklearexperte Reinhard Uhrig kritisiert, dass viele der aufgezeigten Sicherheitsprobleme in den letzten zwei Jahrzehnten nicht behoben worden seien. Eine ganze Phalanx an rot-weiß-roten Nukleargegnern fordert einen sofortigen Betriebsstopp im Atomkraftwerk - zumal das Problem der Atommülllagerung nicht gelöst sei.

Trotz des Zwischenfalls, dessen Ursache von den Betreibern bisher nicht bekannt gegeben wurde, soll der Reaktor – wie berichtet – schon kommende Woche wieder ans Stromnetz gehen.

Mark Perry und Christoph Matzl, Kronen Zeitung/krone.at

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