15.05.2020 15:21 |

Menschenhändlerring

Frauen in Wien jahrelang zu Prostitution gezwungen

Länderübergreifender Ermittlungserfolg für die Polizeibehörden in Österreich, Rumänien und Großbritannien: Diesen gelang es, einen Menschenhändlerring zu zerschlagen, der seit 2012 Frauen in mehreren europäischen Ländern der Prostitution zugeführt haben soll. 28 Opfer - Frauen aus Rumänien im Alter von 18 bis 40 Jahren - sollen über die Jahre teils gewaltsam zur Sexarbeit gezwungen worden sein, gut die Hälfte davon in Wien.

Die Täter suchten ihre Opfer gezielt aus, es handelt sich um Frauen aus einem sozial schwierigen Umfeld. Diese wurden laut der Ermittler mit der sogenannten Loverboy-Methode geködert. Die Männer gehen mit ihnen sogar Beziehungen ein, auch wird oftmals ein Job in Aussicht gestellt. Am Bestimmungsort angekommen, folgt dann jedoch das böse Erwachen. Den Frauen wird der Pass abgenommen, die Opfer danach zur Sexarbeit gezwungen. Weigern sie sich, wird gegen sie mit „körperlicher und psychischer Gewalt“ vorgegangen, so BK-Sprecher Vincenz Kriegs-Au. Auch komme es vor, dass die Frauen innerhalb der Gruppierung weiterverkauft werden, um Beträge von 5000 bis 8000 Euro.

Schmuck, Luxusautos, Waffen
Am Mittwoch führten rumänische Ermittler 16 Hausdurchsuchungen im Landkreis Giurgiu durch, wie das Bundeskriminalamt am Freitag bekannt gab. Dabei wurden 22 Verdächtige festgenommen, darunter drei Männer, die die „Wiener Filiale“ der Menschenhändler betrieben haben sollen. Die Behörden stellten auch Bargeld, Schmuck und Uhren, acht Luxusautos, ein Nutzfahrzeug, Waffen, Falschgeld, Parfums, Handys und Laptops sicher. 15 Verdächtige werden von der rumänischen Staatsanwaltschaft zur Untersuchung der Straftaten von Organisierter Kriminalität und Terrorismus (DIICOT) einvernommen, hieß es.

Datenträger und Unterlagen sichergestellt
In Huddersfield in Großbritannien kam es ebenfalls zum Zugriff. Zwei Opfer konnten identifiziert und zwei Verdächtige festgenommen werden. Zeitgleich durchsuchten auch Beamte des Landeskriminalamts Wien zwei Wohnungen in den Bezirken Favoriten und Meidling. Es gab zwar keine Festnahmen, es wurden aber Datenträger, Mobiltelefone und Unterlagen von Beschuldigten sichergestellt, sagte der BK-Sprecher.

Um die Herkunft der Einnahmen zu verschleiern, betrieben der Haupttäter und seine Verwandten ein Familienunternehmen. Unter diesem Firmendeckmantel sollen auch weitere illegale Geschäfte mit Gold aus der Türkei gelaufen sein. Zudem besteht der Verdacht, dass sie gefälschte britische Pfund in Verkehr brachten. Den illegale Gewinn, der durch die begangenen Straftaten insgesamt erzielt wurde, schätzen die Polizeibehörden auf mehr als 1,1 Millionen Euro.

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