15.05.2020 06:03 |

Lehrergewerkschaft

Kritik: „Planlosigkeit in der Bildungsdirektion“

Die Lehrergewerkschaft kritisiert den aktuell enormen Verwaltungsaufwand an den Schulen. Der Grund: Die Vorgaben aus der Bildungsdirektion würden sich ständig ändern.

„Man fühlt sich teilweise alleingelassen, es fehlen klare Informationen aus der Bildungsdirektion“, kritisiert Gerhard Wildling, Personalvertreter und Direktor der Volksschule Maxglan 1. Als Beispiel nennt Wildling die Schuleinschreibungen, die in Maxglan für die dritte Märzwoche angesetzt waren - die Woche der Schulschließungen. „Die Bildungsdirektion hat uns bestätigt, dass wir die Einschreibungen trotzdem machen können. Also rief ich gleich alle 56 betroffenen Eltern an und informierte sie“, berichtet der Direktor. Wenig später hieß es Wildling zufolge dann, dass dies unter keinen Umständen möglich sei.

„Vor zwei Wochen bekam ich dann die Info, wenn wir möchten, können wir die Einschreibungen durchführen. Also musste ich zum dritten Mal alle Eltern anrufen“, so der Leiter der Volksschule. Bei allem Verständnis, dass die Bildungsdirektion für gewisse Entscheidungen auf Informationen aus dem Bildungsministerium angewiesen sei, wünsche er sich trotzdem mehr Professionalität - „Für eine bessere Planbarkeit.“

Gewerkschaft fordert klare Richtlinien

Auch Toni Polivka, Vorsitzender der Gewerkschaft APS, kritisiert Anordnungen aus der Bildungsdirektion: „Zuerst hieß es, die Klassen wären auf jeden Fall in zwei gleich große Gruppen zu teilen. Später lautete die Anweisung dann, dass dies bei 19 Schülern doch nicht der Fall wäre.“

Unklar sei nach auch, welche Regeln für Lehrer gelten, die an mehreren Schulen unterrichten. „Aufgrund der Coronakrise wird ja empfohlen, den eigenen Radius möglichst gering zu halten. Was bedeutet das dann zum Beispiel für einen islamischen Religionslehrer? Darf der aktuell dann statt an zehn nur an einer Schule unterrichten?“, wirft Polivka ein. Bildungsdirektor Rudolf Mair betont auf Anfrage, dass die Bildungsdirektion für Entscheidungen auf Informationen des Bildungsministeriums angewiesen sei. „Danach müssen wir uns richten.“

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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