17.05.2020 13:22 |

Überlebenskampf

Bei den Land-Discos ist noch viel Geduld gefragt

Ebenso wie die Stadtlokale kämpft auch die Nachtgastronomie im Land Salzburg um ihre Existenz. Die meisten Nachtclubs bleiben geschlossen. Manche Betreiber, wie Familie Heidenreich, werden kreativ. Im Johnnys ist ein Konzept für die neue Normalität entwickelt worden - es konnte daher am Freitag öffnen.

Im Johnnys in Oberndorf feiern normalerweise zwischen 500 und 1000 Gäste an einem Abend. Inhaber Daniel Heidenreich, geht davon aus, dass der seit 1972 bestehende Familienbetrieb die Krise überlebt. In den fast 50 Jahren Betriebszeit konnten schließlich Rücklagen angespart werden. Am Freitag hat Heidenreich zwischen 17 und 23 Uhr eröffnet. Das Geschehen findet jetzt in kleiner, abgespeckter Variante in einem Lokalbereich sowie auf der Terrasse statt. „Bei unserer Morizz Ginbar steht nun der Max und Morizz Burgergrill mit Cocktaillounge“, erzählt Heidenreich über das an die Coronaregeln adaptierte, neue Konzept.

Bis jetzt hat die Nachtgastronomie keine staatlichen Härtefallzulagen erhalten. „Ich glaube, dass eher AUA und Co. gerettet werden. Die Kleinen bleiben auf der Strecke“, bedauert Heidenreich. Der Meinung schließt sich Geschäftsführer Michael Friesacher an, der den Stadl in Anif aber noch geschlossen lässt. Überleben wird der Friesacher Stadl die Krise dennoch. „Aber nicht, weil die staatlichen Hilfen so groß sind“, lacht der Geschäftsführer. Er geht davon aus, dass er den Stadl im Herbst wieder aufsperren darf. „Schön langsam wärs schon ziemlich notwendig“, bemerkt aus wirtschaftlicher Sicht.

"Für Nicht-Risikogruppe könnte Leben beginnen’’

Marco Wirnsperger und Lukas Wind betreiben das größte Nachtlokal im Lungau. Zur normalen Zeiten feiern hier bis zu 600 Leute. “Überleben werden wir die Krise auf alle Fälle„, versichert Wirnsperger. Die Pächter haben überlegt, ein coronataugliches Konzept zu entwerfen, es ist aber nicht rentabel. Sie hoffen ebenso, dass Mitte September wieder Normalität einkehrt. Wenn die Einlasszahlen beschränkt werden, müsse aber Personal gekürzt werden. Denn in der Disco Villa sind 20 Mitarbeiter beschäftigt. “Wir haben bei der Bank schon Anträge zur Überbrückungsfinanzierung eingereicht„, verrät Wirnsperger. “Mittlerweile könnte für die Nicht-Risikogruppe das normale Leben schön langsam wieder weitergehen’’, so Wirnsperger.

„Es ist traurig, was passiert“, findet Bianca Vesely, ehemalige Betriebsleiter von Kantine und Empire in Wals. Ihr ganzes Herzblut steckt in den Clubs. Der Pachtvertrag lief Ende April aus und wurde aufgrund von Corona nicht verlängert.

Karina Langwieder
Karina Langwieder
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