Beeinträchtigte leiden

„Die Maske ist für Markus eine richtige Strafe“

Familie von Mühlviertler mit Beeinträchtigung kritisiert Vorgaben. 44-Jähriger denkt wie ein Kind und versteht Corona-Reglement nicht.

Die Maskenpflicht ist für beeinträchtigte Menschen ein Wahnsinn. Das muss mal jemand klar und deutlich sagen“, ärgert sich Isabella Dobusch (32) aus Gramastetten fürchterlich: „Mein Bruder Markus ist 44 Jahre alt, er befindet sich aber geistig am Stand eines Zwei- bis Dreijährigen. Er muss laut Sozialministerium die Maske nicht tragen, weil Kinder unter sechs Jahren und Beeinträchtigte ausgenommen sind. Das ist leider Gottes noch zu wenig öffentlich bekannt, sodass es beim Einkaufen immer wieder Probleme mit anderen Menschen gibt, die nicht verstehen können, warum er keine Maske trägt.“

Covid-Lockerungsverordung
Tatsächlich steht klar in der Covid-19-Lockerungsverordnung, dass, wenn jemand psychische oder physische Probleme mit der MNS-Maske hat, er darauf verzichten darf.

„Mein Bruder liebt das Einkaufen über alles“
Dadurch kommt es häufig zu Problemen beim Einkaufen, erzählt die Schwester, die sich mit ihrer Mutter Silvia Dobusch (63) um den beeinträchtigten Bruder kümmert, weiter: „Dabei liebt Markus das Einkaufen über alles. Es macht ihm die größte Freude. Und jetzt darf er nicht mit ins Geschäft hinein. Wir isolieren ihn derzeit zuhause, nehmen ihn jetzt nur zum Spazierengehen mit. Er ärgert sich dann fürchterlich und spinnt herum, eben wie ein Kind.“

Viele böse Blicke und lautstarke Ablehnung
Damit aber nicht genug: Weil der 44-Jährige auf den ersten Blick wie ein ganz „normaler“ Mensch wirkt, erntet er mit seiner vermeintlich demonstrativen Ablehnung der Maskenpflicht oftmals böse Blicke und stößt auf Ablehnung. Isabella Dobusch sagt: „Unsere Stammfriseurin möchte ihn derzeit lieber nicht in ihrem Geschäft bedienen, weil er keine Maske trägt und dadurch womöglich andere Kunden abgeschreckt werden.“ Teilweise werde man wüst beschimpft.

Spar-Konzern als löbliche Ausnahme
Auch andere Geschäfte, darunter ein großer Möbelanbieter, reagierten ähnlich. Eine Ausnahme gibt es aber, lobt Mutter Silvia Dobusch: „Der Spar-Konzern ist der einzige Händler, der problemlos damit umgeht.“

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

 OÖ-Krone
OÖ-Krone
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sonntag, 07. Juni 2020
Wetter Symbol

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.