08.05.2020 08:00 |

Seit Mittwoch „clean“

Tirol: Bezirk Reutte erster Sieger im Corona-Kampf

Seit März wirft das übrige Tirol fast neidische Blicke ins Außerfern. Das Coronavirus fühlte sich dort offensichtlich gar nicht wohl und befiel nur 55 Menschen. Am Mittwoch wurde nun im ersten Tiroler Bezirk der letzte Patient als genesen gemeldet. Ein erster Triumph, aber die Bezirkshauptfrau warnt davor, sich in Sicherheit zu wiegen.

Eine schwarze Null würden sich wahrscheinlich viele Unternehmen nach dem Geschäftsjahr 2020 wünschen, vorerst ist aber die rote Null das Highlight. In der Bezirksstatistik des Dashboardes des Landes steht nämlich unter „Aktiv positiv“ im Bezirk Reutte die Null! Am Mittwoch wurde der letzte Covid-19-Patient offiziell als genesen gemeldet.

„Wir müssen weiterhin aufpassen und dürfen den Tag nicht vor dem Abend loben. Es ist lediglich eine Momentaufnahme“, warnt Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf, die allerdings ihre Freude im „Krone“-Telefonat auch nicht ganz verhehlen konnte. Seit dem ersten positiv getesteten Patienten am 25. Februar begann auch für die erste Frau im Bezirk eine äußerst aufregende Zeit.

Aufregende Monate
„Diese letzten zweieinhalb Monate waren nicht nur für mich äußerst arbeitsreich und intensiv“, betont Rumpf in der Retrospektive, „wir hatten eigentlich eine Sieben-Tage-Woche. Aber ich bin heute noch begeistert, wie super die Zusammenarbeit mit allen Kriseninstitutionen wie Epidemieärzten, dem Krankenhaus Reutte, der Amtsärztin oder dem gesamten Einsatzstab war. Ich möchte mich bei allen herzlich bedanken.“

Aber auch die Mitarbeiter in der Bezirkshauptmannschaft erlebten stressige Wochen, wie die „Chefin“ bestätigt: „Jeder positiv Getestete wurde von uns bis zur Genesung zweimal täglich telefonisch kontaktiert. Selbst die Kontaktpersonen in Quarantäne wurden einmal pro Tag angerufen.“ Man habe alles Mögliche getan, um die Patienten gut zu betreuen und ihnen das Gefühl zu geben, umsorgt zu sein. Warum nur 55 der 32.000 Einwohner infiziert wurden, wisse niemand.

Clevere Gastronomie
Auch wirtschaftlich habe es den Bezirk nicht so hart getroffen wie manch anderen. „Wir haben einen optimalen Drittelmix aus Industrie, Handel/Gewerbe und Tourismus“, weiß Wolfgang Winkler, Chef der WK Reutte, „da fängt einer den anderen auf.“ Das Metallwerk Plansee etwa habe eine perfekte Krisenstrategie verfolgt und konnte nahezu ohne Pause weiterproduzieren.

Auch die Gastronomen hätten sich clever verhalten und permanent den Kontakt mit den Stammgästen gepflegt. Das touristische Image des Außerfern sei gut. „Die Menschen werden dort urlauben, wo die Infektionsrate eher niedrig war“, ist sich Winkler sicher. Entscheidend sei allerdings die Grenzöffnung zu Deutschland, die sehne man herbei.

Hubert Daum
Hubert Daum
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