30.04.2020 11:00 |

Letzter Lagebericht

Historische Saison für Tiroler Lawinenwarndienst

Auf die historisch längste Saison blickt der Tiroler Lawinenwarndienst zurück. Am Sonntag, dem 3. Mai, gibt es für den Winter 2019/2020 den letzten Lagebericht.

Seit dem 16. Nobember veröffentlichte das Team um Rudi Mair täglich einen aktuellen Lagebericht. Der  Wintereinbruch im Herbst machte diesen historischen Frühstart erforderlich. „Somit gab es für 170 Tage einen Lagebericht, ab und zu, wenn es die Entwicklung notwendig machte, erstellten wir nach dem 3. Mai noch Updates“, sagt Rudi Mair.  

Lawinenprojekt Albina gibt umfangreiche Auskünfte
Pro Tag wurden im Schnitt 3 Warnregionen mit mehr als 500 kompletten Gefahreneinschätzungen bestimmt - denn das weltweit einzigartige grenzüberschreitende und mehrsprachige Lawinenprojekt Albina weist neben den Gefahrenstufen auch auf spezielle Lawinenprobleme, Gefahrenberurteilungen und Beschreibungen der Schneedecke hin.

589 Schneeprofile in 29 Kleinstregionen haben das Team des Lawinenwarndienst sowie ehrenamtlichen Beobachter erfasst. Die meisten Schneeprofile wurden in den Nördlichen Ötztaler und Stubaier Alpen gezogen - gefolgt von den zentralen Stubaier Alpen, den nördlichen Zillertaler Alpen und der Silvretta.

Fünf Lawinentote
Nach den frühen Schneefällen folgte einer der trockensten und lawinenärmsten Winter seit Bestehen des Lawinenwarndiensts mit dem Gründungsjahr 1960. Insgesamt fünf Todesopfer waren zu beklagen. „Auch wenn jedes Todesopfer eines zuviel ist, ist diese Zahl bei durchschnittlich zwölf Todesopfern pro Saison eine vergleichsweise niedere“, bilanziert Mair die überaus bemerkenswerte Wintersaison 2019/20.

Er persönlich blickt auch auf eine spezielle Saison zurück. „Es war mein 30. Lawinenwinter“, sagt der internationale Top-Experte. Dabei handelt es sich wohl um ein international einmaliges Jubiläum.

Extrem schnelle Schneeschmelze
In der Gemeinde Obertilliach im Bezirk Lienz gab es im November knapp 1,4 Meter Neuschnee, danach aber nur mehr wenig Niederschlag. Bereits bis Februar sank die Schneedecke in Obertilliach auf rund 20 Zentimeter ab. Im März wurde mit Neuschnee noch einmal ein halber Meter Gesamtschneehöhe erreicht. „Dann hat eine extrem schnelle Schneeschmelze eingesetzt und ließ die Osttiroler Gemeinde bereits bis Anfang April völlig ausapern“, kann Mair diesen speziellen Winter an einem konkreten Beispiel festmachen. 

Kaum noch Rückmeldungen von Tourengehern
Der Tiroler Lawinenexperte weist noch auf eine Besonderheit gegen Ende dieser Wintersaison hin: „Normalerweise bekommt der Lawinenwarndienst Tirol täglich rund 50 Rückmeldungen von Skitourengehern über ihre Routen deren Zustand und Gefahrenmeldungen. Mit Beginn der Ausgangsbeschränkungen sind diese Rückmeldungen gegen Null gegangen. 

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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