Risiken zu groß

Schulen in Rumänien bis September geschlossen

Ausland
27.04.2020 16:39

In Rumänien bleiben Schulen, Kindergärten und Universitäten wegen der Coronavirus-Pandemie noch bis September geschlossen. Präsident Klaus Iohannis sagte am Montag, die Regierung habe die Idee einer schnellen Öffnung „aufgegeben“. Für Schüler sei es „unmöglich“, sich an die Abstandsregeln zu halten. Um keine „großen Risiken“ einzugehen, könne der Unterricht erst nach den Sommerferien wieder beginnen.

Eine Ausnahme wird für die Schüler der Abschlussklassen der Grund- und Oberschulen gemacht: Sie sollen im Juni für zehn Tage in die Schule gehen, um sich auf ihre Prüfungen vorzubereiten. Für alle anderen Schüler soll es in den kommenden Monaten weiter Fernunterricht geben.

Polizei in Bukarest (Bild: The Associated Press)
Polizei in Bukarest

Kritik an verpflichtendem Online-Unterricht
Bildungsministerin Monica Anisie hatte vergangene Woche entschieden, dass der Online-Unterricht künftig verpflichtend ist. Schülervertreter hatten dies als „diskriminierend“ kritisiert. „Hunderttausende Schüler haben keinen Zugang zu digitalen Geräten und können nicht am Online-Unterricht teilnehmen“, erklärte der Nationale Schülerrat.

Rumänien ist eines der ärmsten Länder der EU. Laut der EU-Statistikbehörde Eurostat sind 38 Prozent der Kinder von sozialer Ausgrenzung und Armut bedroht. In dem Land wurden bisher 11.339 nachgewiesene Corona-Infektionen und 631 Todesfälle registriert. Der von Präsident Iohannis verhängte Ausnahmezustand gilt noch bis Mitte Mai.

Auch Italiens Schulen bleiben bis zu den Sommerferien geschlossen, sie öffnen erst im September wieder.

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