11.04.2020 09:30 |

Zwei Konzepte

Wer erweckt Gaißau-Hintersee zu neuem Leben?

Rot-Weiß-Rot statt Fernost: Der chinesische Investor ist Geschichte, nun wollen die Gaißauer selbst die insolventen Bergbahnen übernehmen. Drei Unternehmer wittern ihre Chance und kämpfen mit unterschiedlichen Konzepten um die Gunst der Gläubiger. Klar ist: Neue Beschneiuungsanlagen sind künftig unerlässlich.

Die Lifte stehen seit zwei Jahren still, die Bergbahnen sind insolvent - und doch herrscht um das Skigebiet Gaißau-Hintersee ein echtes Griss. Gleich mehrere Tennengauer Unternehmer wollen die Skischaukel übernehmen und haben sich dabei Unterstützung aus Oberösterreich und Wien geholt.

Konzept Nr. 1: Sommerbetrieb im Fokus

Die Gaißauer Andreas Schnaitmann und Anton Schaber arbeiten mit einer Investorengruppe rund um den Unternehmer Christian Silberleithner zusammen. Der Oberösterreicher sitzt im Beirat des Skigebiets Kasberg. Seine Pläne: Beschneiuungsanlagen und neue Liftanlagen. „Der Sommerbetrieb spielt in unserem Konzept eine wichtige Rolle“, sagt Silberleithner. Das langfristige Investment würde sich das Team einiges kosten lassen. Aber: „Es geht nicht alles auf einmal, sondern nur Schritt für Schritt.“ Mitstreiter Andreas Schnaitmann sagt: „Alle müssen an einem Strang ziehen, so hat das Skigebiet eine Zukunft.“

Konzept Nr. 2: Ökostrom und behutsamer Aufbau

Parolen, die man mit ähnlichen Worten auch von der Konkurrenz hören bekommt. Der Gaißauer Erdbau-Unternehmer Bernhard Eibl will mit dem Wiener Anwalt Berthold Lindner dem maroden Skigebiet zu neuem Glanz verhelfen. „Grundeigentümer, Politik und die gesamte Region - alle müssen zusammenhalten“, sagt Lindner. Der auf Umweltrecht und Genehmigungsverfahren spezialisierte Jurist hält Beschneiungsanlagen für unerlässlich. Neue Liftanlagen will er vorerst nicht versprechen. „Man muss das Skigebiet langsam wieder hochfahren.“, sagt Lindner. Und: „Es war ein Familienskigebiet und soll es bitte auch in Zukunft bleiben.“ Die Liftanlagen sollen mit Öko-Strom betrieben werden.

Einen Betrieb im Winter 202 halten beide Interessenten für unrealistisch. Denn: Die Genehmigungsverfahren und Revisionsarbeiten werden dauern.

Entscheidung folgt bald

Wer den Neustart wagen darf, entscheidet der Gläubigerausschuss des insolventen Skigebiets. Masseverwalter Wolfgang Hochsteger hat die Konzepte der beiden Konkurrenten dem Gremium vorgelegt. Eine Entscheidung dürfte unmittelbar bevorstehen. Das Gericht muss die Entscheidung des Ausschusses noch genehmigen - in Zeiten von Corona eine langwierige Angelegenheit. 

Nikolaus Klinger
Nikolaus Klinger
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