11.04.2020 07:02 |

Fremde unerwünscht

Getrübtes Osterfest am Feriensitz

Salzburg verschärfte die Verordnung für Ferien-Chalets: Personen mit Nebenwohnsitz dürfen nicht mehr in Quarantäne-Orte fahren.

Sie sind derzeit nicht gerne gesehen: Ausländische Nummernschilder, gut situierte Gäste, die es sich zur Ferienzeit in ihren Chalets und Luxuswohnungen in den Salzburger Gemeinden bequem machen. Weil es sie sogar in Quarantäne-Orte zog, musste das Land Salzburg nach Kritik der Freiheitlichen nachschärfen. Laut den aktuellen Verordnungen der Bezirkshauptmannschaften im Pinzgau und Pongau dürfen Personen mit Nebenwohnsitz nun nicht mehr in die Quarantäne-Gemeinden zufahren. Die Bewohner der gesperrten Orte hatten davor von auffallend vielen Fahrzeugen mit Wiener oder ausländischen Kennzeichen berichtet. Inzwischen dürfen nur mehr Personen mit einem Hauptwohnsitz in die Quarantäne-Gebiete fahren, wenn sie sich bei Inkrafttreten der Maßnahme außerhalb der Gemeinden aufhalten.

„Wollen uns nicht neue Fälle ins Tal ziehen“

Wer einen Nebenwohnsitz hat, darf zwar noch ausreisen, aber nicht mehr zurück. Für Gerhard Steinbauer, Bürgermeister der von den Quarantänemaßnahmen betroffenen Gemeinde Bad Gastein, hat die Verordnung sogar Vorteile: „Die Zahl der neuen Corona-Fälle ging bei uns zuletzt deutlich zurück. Wir wollen uns nicht wieder mehr neue Fälle ins Tal ziehen, schon gar nicht mit Zweitwohnsitzbesitzern, die vielleicht aus der Stadt fliehen.“

St. Gilgen sperrt die öffentlichen Parkplätze

Ähnlich sehen das auch Gemeinden, die nicht unter einer Käseglocke abgeschirmt sind. Sie fürchten gerade zur Osterzeit einen Ansturm auf Zweitwohnsitze. So etwa in St. Gilgen, wo am Osterwochenende die öffentlichen Parkplätzen gesperrt sind. Damit will die Gemeinde verhindern, dass zu den Zweitwohnsitzbesitzern auch noch Tagesgäste an den Wolfgangsee drängen. „In normalen Zeiten freuen wir uns über jeden Ausflügler, der uns besucht, aber jetzt brauchen wir unsere Gegend für uns“, sagt Ortschef Otto Kloiber.

Die SPÖ appelliert an Zweitwohnsitzbesitzer zu Ostern zu Hause zu bleiben. „Auch, wenn die Versuchung groß ist, in dieser Zeit Abstand vom Alltag zu bekommen, appelliere ich an die Vernunft“, mahnt SPÖ-Landtagsabgeordnete Karin Dollinger. Es gehe darum, mögliche Risiken zu vermeiden und sich an die Beschränkungen der Bewegungsfreiheiten zu halten.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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