Kunstvolle Behausungen

„BirdLife“ zeigt bunte Vielfalt an Vogelnestern

Ostern ist die Zeit des Nestbaus, nicht nur für den Osterhasen! Auch die Vögel sind allerorts mit dem Nestbau beschäftigt. Doch Nest ist nicht gleich Nest: Die heimische Vogelwelt hat eine enorme Vielfalt an Nestformen entwickelt. Darunter finden sich kunstvolle wie skurrile Bauwerke.

Vögel, die gerade ihr Nest errichten, egal ob sich um ein einfaches oder kunstvolles handelt, sind allerdings besonders sensibel gegen Störungen. Bei Beunruhigung wird so mancher Nestbau und so manche Brut aufgegeben, und die ganze Mühe war umsonst. Deshalb gilt bei nestbauenden Vögeln: Bitte um Ruhe!

Das kunstvollste Nest
Der kunstvollste Baumeister unter den heimischen Vögeln ist sicherlich die Beutelmeise. Sie baut aus Pflanzenfasern und Samenwolle von Weiden und Pappeln geschlossene, beutelförmige Nester mit seitlichem, röhrenförmigen Eingang. Die Nester hängen frei an dünnen Ästen in den Baumkronen - wie eine geschlossene Hängematte für Eier und Jungvögel, die im Wind schaukelt.

Zwei bis drei Wochen lang bauen die kleinen Beutelmeisen an ihrem aufwändigen Nest. Das tun sie übrigens gerne in der Nähe bestehender Nester aus den Vorjahren. So haben es findige Vogelkundler geschafft, Beutelmeisen zum Nestbau anzuregen, indem sie alte Socken an Zweige hängen.

Das schmalste Nest
In Rinden- oder Stammspalten bauen die beiden heimischen Baumläuferarten Wald- und Gartenbaumläufer ihr Nest. Diese Spalten sind sehr schmal, oft nur wenige Zentimeter breit, dafür aber sehr tief. Deshalb füllen die Baumläufer den Spalt von unten mit einem Unterbau aus lockeren, aufgeschichteten Ästchen und Rindenstückchen auf und bauen darauf das Nest, das aus Grashalmen oder Pflanzenstängeln geflochten wird. Es hat meist einen Durchmesser von nur 5 cm, eine ganz schön enge Wohnung für den (inklusive Schwanz) etwa 12 cm langen Vogel.

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Das schwerste Nest
Die schwersten heimischen Nester stammen von Weißstörchen. Diese benutzen ihre Horste immer wieder, wobei sie jedes Jahr neue Äste und Zweige eintragen und einbauen. So kann ein Storchenhorst über die Jahre mehr als zwei Meter Durchmesser und zweieinhalb Meter Höhe erreichen und über eine Tonne wiegen!

Das schwimmende Nest
Seine eigene schwimmende Insel baut sich der Zwergtaucher, ein verbreiteter heimischer Wasservogel, im Volksmund auch „Duckanterl“ genannt. Das Schwimmnest besteht aus nassen Wasserpflanzen und/oder Schilf. Die Pflanzen werden zu einem eher schlampig aussehenden, bis 40 cm hohen Haufen aufgetürmt und bilden dann eine schwimmende Insel, von der aber nur ungefähr zehn cm aus dem Wasser ragen.

Das gezimmerte Nest
Spechte meißeln sich ihre Bruthöhlen in Bäume. Diese sind wie beim Buntspecht sogar bis zu 50 cm tief. Dazu benötigt er ganze zwei Wochen. Der Innenausbau bleibt dagegen spartanisch: Die Specht Eier liegen auf einer Schicht aus losen Holzspänen. Übrigens bauen nicht nur Spechte, sondern auch manche Meisen ihre Baumhöhlen selbst, wie die Weidenmeise, die ihre Nester meist in morsche Laubholzstämme hackt.

„Krone Tierecke“-Redaktion

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