05.04.2020 06:00 |

Polizei zufrieden:

In Graz bleiben die Menschen daheim

Leere Straßen, leere Gassen, die ganze Stadt ist verlassen. Die „Krone“ war am Samstag auf Lokalaugenschein in einer Geisterstadt.

In den letzten zwei Wochen haben immer wieder Personen gegen die Anordnungen der Regierung zur Verhinderung der Ausbreitung von Corona verstoßen. In der Steiermark gab es über 1000 Anzeigen. Der Thalersee wurde nach großem Besucherandrang mittlerweile sogar gesperrt. Auch einige steirische Bürgermeister beschwerten sich über viele Anreisende. Am dritten Wochenende im Ausnahmezustand scheinen die Menschen nun daheim zu bleiben. Das nur mittelmäßige Wetter könnte seinen Teil zur großen Leere beigetragen haben. Die „Steirerkrone“ hat sich die Lage in Graz angesehen.

Auf den Straßen sind nur vereinzelt Menschen
Der Schloßberg war am Wochenende komplett verwaist. Ein Mann genießt auf einer Bank sitzend die einmalige Stille, „vielleicht bleibts ja noch länger so ruhig“, scherzt er. Eine Joggerin läuft an ihm vorbei, sie trägt Atemschutzmaske und Gummihandschuhen. Die Frau nimmt den Schutz sichtlich ernst, was man nicht von allen Personen auf der Straße behaupten kann. Am Hauptplatz steht ein kleines Grüppchen, man trinkt Dosenbier, die Schutzmaske baumelt sinnlos um den Hals, daneben wartet ein Passant auf die Bim, er trägt seine Maske statt über Mund und Nase auf der Stirn. Ansonsten sind nur vereinzelt Menschen auf der Straße.

Ruhig, aber nicht ausgestorben
Wenig los ist auch im Volksgarten. Einige Familien sind unterwegs, Kinderwagen werden geschoben und ein paar Leute spielen Federball. Zwei Streifenwagen biegen ein, vier Polizisten marschieren im Gänsemarsch durch den Park. Einige strenge Blicke, aber es gibt keinerlei Vorfälle. Im Augarten herrscht nach wie vor viel Radverkehr. Auch hier patrouilliert die Exekutive, muss aber nicht intervenieren.

„Die Leute reagieren meistens sehr verständnisvoll“
Auch im Stadtpark zeigt sich die Polizei zufrieden: „Die Disziplin der Bevölkerung ist gut. Wir setzten momentan auf den Dialog. Wenn wir jemanden ansprechen, reagieren die Leute meistens sehr verständnisvoll. Ein paar Unbelehrbare gibt es natürlich immer“, erläutert Kontrollinspektor Leo Josefus. Spaziergänger weichen einander großflächig aus, auf der Slackline balanciert man nur alleine, sogar bei den Punks sitzt fast jeder auf einer eigenen Bank.

Julian Bernögger
Julian Bernögger
Julian Strassegger
Julian Strassegger
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