Labor-Probleme

Virologe skeptisch bei Tests für deutsche Profis

Der deutsche Virologe Ulf Dittmer sieht für einen möglichen Wiederbeginn der deutschen Fußball-Bundesliga mit regelmäßigen Coronavirus-Tests für die Spieler Probleme. „Wir sind ziemlich am Anschlag der Laborkapazitäten in Deutschland“, sagte der Leiter der Virologie der Universitätsmedizin Essen der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe).

Laut eines Berichtes des „Mitteldeutschen Rundfunks“ (MDR) sollen die Profis bei einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs im deutschen Profifußball alle drei Tage auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus getestet werden. Bei einem positiven Befund sollen nicht mehr alle Spieler der Mannschaft in Quarantäne geschickt werden, sondern nur der infizierte.

„Ich weiß nicht, welches Labor sich dann zur Verfügung stellt, um gesunde Bundesligaprofis zu testen, obwohl wir diese Tests doch dringend für schwer erkrankte Personen brauchen“, gab Dittmer zu bedenken. Sein Kollege Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg sagte, man könne „alle Spieler auf Antikörper testen, um herauszufinden, wer das Virus schon einmal in sich getragen hat und immun ist. Nur diese Spieler sollte man dann spielen lassen.“

Viele Fragen
Fraglich wäre allerdings, ob dann jeder Klub genug spielfähige Profis hätte. Der MDR hatte berichtet, dass die Teams zu einer Partie antreten müssten, wenn sie 13 Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung haben.

Der Spielbetrieb ist in Deutschland zumindest bis 30. April ausgesetzt. Mannschaftstrainings sind allerdings frühestens ab kommendem Montag wieder erlaubt, sofern die zuständigen Behörden dies gestatten. Ziel ist es, die Saison in den beiden höchsten Spielklassen bis zum 30. Juni zu beenden.

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Freitag, 29. Mai 2020
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