Am 4. Juni war Moseley in Oslo mit 10,18 Sekunden der 22 Jahre alten rot-weiß-roten Bestmarke von Andreas Berger (10,15) schon sehr nahe gekommen. Am Mittwoch will sich der aus Barbados stammende Athlet, der mit einer Salzburgerin verheiratet ist und seit zwei Jahren die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, den Traum von Rekord und Endlauf erfüllen. "Ich habe mich heute gut gefühlt, der Start war okay, die Bahn ist schnell, meine Übergangsphase von 20 auf 40 Meter war besser als zuletzt. Das heute unterstreicht meine Motivation, ins Finale zu kommen", sagte der Sportsoldat, der laut eigenen Angaben "90 Prozent" gegeben hat.
Gute Zeit trotz leichten Gegenwindes
Moseley musste sich in seinem Vorlauf nur dem Norweger Jaysuma Saidy Ndure (10,31) geschlagen geben. Das Duo kämpfte gegen 1,6 Meter Gegenwind pro Sekunde und damit so viel wie kein Konkurrent aus einem anderen Lauf, was die Zeit zusätzlich aufwertet. Die Top-Favoriten, der Franzose Christophe Lemaitre (10,19) und der Brite Dwain Chambers (10,21), waren insgesamt die Schnellsten und machten schon im Vorlauf deutlich, dass sie Gold untereinander ausmachen werden.
Pauer verpasst Einzug ins Speerwurf-Finale
Speerwerferin Elisabeth Pauer hatte als 16. unter 20 Teilnehmerinnen das Finale der Top Zwölf klar verpasst. Die Steirerin schaffte in der Qualifikation in ihrem besten Versuch 53,45 Meter, die besten Weiten erreichten die Tschechin Barbora Spotakova (65,56 Meter) und die Deutsche Christina Obergföll (65,05 Meter). "Ich habe den Wurf nicht erwarten können, ich war ein bisserl zu hektisch dran an dem Ganzen. Ich wollte natürlich besonders gut werfen und habe mich über den ersten Wurf gefreut. Da wollte ich anknüpfen, aber das ist mir nicht gelungen", erklärte Pauer, der 3,10 Meter auf das Weiterkommen fehlten. Eine Weite, die Österreichs Rekordlerin (61,43 Meter) normalerweise drauf hat.
Schmid gab im 10.000-Meter-Rennen auf
Bis zur Halbzeit - bei allerdings noch langsamem Tempo - ein beherztes Rennen abgeliefert hat Michael Schmid über die 10.000 Meter. Der Bad Ischler lag lange Zeit an dritter Posiiton, brach den Lauf auf dem sechsten Kilometer aber ab. "Es war, wie wenn der Motor überhitzt. Es war ein Tempo, das ich immer laufe, aber dennoch ungewohnt hart für mich. Möglicherweise hat das Timing zum Wettkampfhöhepunkt nicht ganz gepasst", meinte Schmid.
Die Goldmedaille holte sich Mo Farah in 28:24,99 Minuten, der den Briten den ersten EM-Titel bei den Männern über diese Strecke bescherte, vor seinem Landsmann Chris Thompson (28:27,33) und dem zeitgleichen Italiener Daniele Meucci.
Aus für Zeller im 400-Meter-Vorlauf
Bereits in der Vormittags-Session war Endstation für Läufer Clemens Zeller. Der Niederösterreicher hatte zu wenig Zeit gehabt, die Muskelverhärtung und leichte Zerrung im linken Oberschenkel auszukurieren, erlitt einen Krampf und schied im 400-Meter-Vorlauf nach rund 100 Metern aus. "Ich wollte es probieren, weil es das Großereignis, der Höhepunkt der Saison ist. Aber ich habe mir dann gedacht, bevor ich ein komplettes halbes Jahr riskiere, lasse ich es bleiben", sagte der enttäuschte 26-Jährige.
Erstes EM-Gold an Geher Emeljanow
Die ersten Medaillen der 20. Freiluft-Kontinentaltitelkämpfe wurden in der Früh über 20 Kilometer Gehen der Männer vergeben. Der 19-jährige Jugend- und Junioren-Weltmeister Stanislaw Emeljanow aus Russland setzte sich auf dem Stadt-Kurs in 1:20:10 Stunden vor dem favorisiert gewesenen Italiener Alex Schwazer (1:20:38) und dem Portugiesen Joao Vieira (1:20:49) durch.
Das Kugelstoßen der Frauen ging am Abend an die Weißrussin Nadeschda Ostaptschuk, die sich mit 20,48 Meter vor ihrer Landsfrau Natalja Michnewitsch (19,53 Meter) und der Russin Anna Awdejewa (19,39 Meter) durchgesetzt hatte.
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