20.03.2020 07:00 |

Er rudert zurück:

Hotelier Imlauer legt Ausnahmegenehmigung zurück

Die Causa um Ausnahmegenehmigungen für vier Stadthotels gewinnt an Brisanz: Wirtschaftskammer-Funktionär Georg Imlauer hatte eine interne Liste erstellt. Darauf stand auch sein Hotel. Jetzt nicht mehr

Diese Email sorgt für Aufregung: Eine Liste mit fünf Stadthotels, die in Corona-Zeiten eine Ausnahmegenehmigung bekommen haben, also Gäste aufnehmen dürfen.

In der Liste steht das Hotel Imlauer & Bräu. Bemerkenswert: Hotelier Georg Imlauer war nicht nur Absender der Mail ans Bürgermeister-Büro, sondern als Fachgruppenobmann in der Wirtschaftskammer federführend bei der Listenerstellung dabei.

Per Telefon wurden Hoteliers, die Mitglied einer „Erfahrungsaustauschgruppe“ sind befragt, ob sie aufsperren wollen. Dass auch er die Pforten seines Hotels öffnet, sei Ehrensache, sagte der Hotelier am Mittwoch: „Ich habe die Genehmigung nicht ergattert. Ich komme dem Begehren des Landeshauptmannes nach.“

Landeschef Wilfried Haslauer (ÖVP) aber meint: „Ich habe mir nie gewünscht, dass ein bestimmtes Hotel offen bleibt. Mir war wichtig, dass mehrere hundert Betten verfügbar bleiben.“ Per Verordnung wurden mit Montag ja alle gewerblichen Beherbergungsbetriebe geschlossen. Deswegen können Bezirksbehörden, wie eben der Magistrat, Ausnahmegenehmigungen ausstellen.

Die Liste sorgte jedenfalls für Unmut unter den Hoteliers. Imlauer dürfte jedenfalls nach einem „Krone“-Bericht die Kritik diverser nicht befragter Hoteliers zu groß geworden sein: „Ich habe ersucht, meine Bewilligung auszusetzen. Ich sperre zu. Ich will nicht, dass Kollegen glauben, dass ich wegen meiner Obmann-Funktion einen Vorteil erziele.“

Und er hält fest: „Es war nicht und auf keinen Fall der persönliche Wunsch des Landeshauptmanns, dass ich als Georg Imlauer mein Hotel aufsperre. Sondern es war der Wunsch des Landeshauptmanns, der Landesregierung mit dem Landeseinsatzstab, dass überhaupt Hotels aufsperren, um eine Grundversorgung für gestrandete Touristen zur Verfügung zu stellen.“

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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