15.03.2020 12:38 |

Zweiter Coronafall

Der Betrieb im Uniklinikum ist sichergestellt

Der coronainfizierte Anästhesist des Salzburger Uniklinikums (HIER GEHT‘S ZUR STORY) kam von einem Skiurlaub aus Ischgl zurück und arbeitete vergangenen Sonntag wieder. Am Freitag um 20.30 Uhr lag sein positives Testergebnis vor. Das Uniklinikum und die Behörden reagierten sofort und ermittelten die Kontaktpersonen: Mehr als hundert Personen befinden sich als Verdachtsfälle in Quarantäne. Von den möglichen Infizierten arbeitete am Samstag niemand mehr. Die Lebensgefährtin des Anästhesisten ist Krankenschwester auf der Frühchenstation: Auch sie ist mit dem Virus infiziert, wie jetzt bekannt wurde. Der Chef der 3. Medizin Richard Greil betont, dass der Betrieb weiterhin sichergestellt ist.

Der Arzt hatte an den Morgensitzungen der Anästhesie teilgenommen, war in Operationssälen und nahm als Notarzt an Einsätzen teil. 18 Patienten, 53 Pflegekräfte, 33 Ärzte, drei Flugsanitäter und ein Pilot befinden sich als Verdachtsfälle in Isolation. Auch die Neonatologie (Frühchenstation) ist betroffen. Die Lebensgefährtin des Arztes arbeitete dort als Krankenschwester. Konkret geht es um vier Babys: Eines ist lungenkrank und auf Beatmung angewiesen, ein zweites Kind hatte indes Kontakt mit beiden Elternteilen.

Zur Risikoeinschätzung der Kinder verweist Primar Richard Greil auf die Statistiken. Bisher gibt es keinen bekannten Corona-Todesfall eines unter Vierjährigen. Bei Menschen unter 18 Jahren nimmt nur ein Prozent der Fälle einen schweren Verlauf. „Wir gehen derzeit nicht von einer Infektion der Kinder aus“, sagte Greil. Der Betrieb ist sichergestellt. Das Krankenhauspersonal hat die betroffenen Stationen desinfiziert. Alle sind wieder geöffnet. Er appellierte noch einmal an die Verantwortung der Mitarbeiter. Landeshauptmann-Stellvertetreter Christian Stöckl betonte, dass die Aufrechterhaltung des medizinischen Betriebes oberste Priorität hat. „Dieser Fall hat gezeigt, dass die Aktions- und Reaktionskette gut funktioniert.“

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