13.03.2020 19:48 |

Coronavirus-Pandemie

Polizei in Bozen mahnt: „Bleiben Sie zu Hause“

Italien ist nach China das am schwersten von der Coronavirus-Pandemie getroffene Land. Die Polizei in Bozen informiert die Bevölkerung sogar per Lautsprecher auf der Straße über die Lage - und sie mahnt: „Bleiben Sie zu Hause!“ Trotz drakonischer Vorbeugungsmaßnahmen nimmt die Zahl der Todesopfer in Italien weiterhin zu. Am Freitag wurden 250 zusätzliche Todesfälle gemeldet. Damit stieg die Zahl der Opfer seit Beginn der Epidemie am 21. Februar auf 1266, teilte der Zivilschutz am Freitag in Rom mit. Südtirol hat unterdessen einen weiteren Todesfall zu beklagen.

Im Spital in Innichen ist Freitagnachmittag ein 86-jähriger Mann gestorben, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Laut dem Südtiroler Sanitätsdienst war der Mann „gesundheitlich schwer vorbelastet“. Der Mann ist das dritte Todesopfer in Südtirol, das in Zusammenhang mit dem Virus steht. Bei allen Verstorbenen handelt es sich um ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen, hieß es.

„Szenen wie im Krieg“
Szenen „wie im Krieg“ hat Lydia Ninz, Geschäftsführerin von „Ajour“, einer vom AMS Wien geförderten Anlaufstelle für Journalisten, die arbeitslos oder von Jobverlust bedroht sind, in den vergangenen zehn Tagen in Norditalien erlebt. Ninz war wegen eines privaten Todesfalles in Bozen und reiste am Freitag von Bozen nach Venedig, um dort den AUA-Flug nach Wien zu erwischen.

„Es ist wie in einem Krieg hier“, schilderte die gebürtige Südtirolerin der APA. „Die Menschen dürfen ihren Wohnort nicht verlassen und müssen eine Eigenerklärung bei sich tragen, wenn sie auf der Straße sind. Polizei und Militär kontrollieren rigoros und es gibt drakonische Strafen, wenn man ohne die Bescheinigung außerhalb des Wohnortes erwischt wird. Nicht nur Geldstrafen bis zu 253 Euro, es gibt auch Haftstrafen bis zu drei Monaten.“

„Es ist gespenstisch“
Das öffentliche Leben ist praktisch zum Erliegen gekommen. „Die Geschäfte sind alle zu, es ist gespenstisch. Nur Lebensmittelgeschäfte haben offen: Die Leute stehen wie früher im Ostblock vor den Shops in Schlangen, im Abstand von einem Meter zueinander. Je nach Größe des Geschäfts darf immer nur eine bestimmte Anzahl von Menschen hineingehen“, erzählte Ninz. Restaurants und Bars haben mittlerweile geschlossen, nur an Bahnhöfen bekommt man noch einen Kaffee.

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