11.03.2020 12:34 |

Lage in Italien ernst

Coronavirus: „Höhepunkt noch nicht erreicht“

Laut Silvio Brusaferro, Präsident von Italiens Oberstem Gesundheitsinstitut ISS und Berater der Regierung in Sachen Coronavirus, ist der Höhepunkt der Epidemie in Italien noch nicht erreicht worden. „Die Kurve der Infektion zeigt, dass die Verbreitung der Epidemie in der Lombardei noch zunimmt“, sagte Brusaferro am Mittwoch.

„Wir müssen die Trends beobachten und uns keinen Illusionen hingeben. Wir sind noch voll im Kampf. Es muss jedem klar sein, dass das Verhalten des Einzelnen sich auf die Personen in unserem Umfeld auswirkt, vor allem auf den schwächeren Teil unserer Gesellschaft. Den Kampf müssen wir zusammen gewinnen“, betonte Brusaferro.

„Jede Vorsichtsmaßnahme, die ergriffen wird, dient dazu, die Infektionskette zu stoppen. Wenn wir das nicht tun, steht das Gesundheitssystem unter großem Stress“, sagte der Experte.

Italien hat die höchste Zahl an nachgewiesenen Covid-19-Toten nach China. Die Zahl der Coronavirus-Toten in Italien steigt trotz rigider Quarantänemaßnahmen rasant: 631 Todesopfer wurden am Dienstag in Italien gemeldet, das sind 168 mehr als am Vortag, teilte der Zivilschutz am Dienstagabend mit. Die Zahl der Infizierten kletterte auf 8514, am Vortag waren es noch 7985. 1004 Patienten sind inzwischen genesen - und in der lombardischen Ortschaft Codogno, die als Italiens Corona-Hochburg gilt, wurde am Dienstag erstmals kein neuer Fall registriert.

Bis zu 25 Milliarden Euro für Wirtschaft
Unterdessen gab die italienische Regierung bekannt, dass sie bis zu 25 Milliarden Euro zur Eingrenzung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie locker machen will. „Wir stellen einen außerordentlichen Betrag zur Verfügung, den wir nicht sofort, aber bestimmt bald verwenden können, um diesem Notstand entgegenzuwirken“, sagte der italienische Premier Giuseppe Conte.

Diese Maßnahme wird Experten zufolge dazu führen, dass die staatliche Neuverschuldung heuer auf drei Prozent der Wirtschaftsleistung steigen werde. Ursprünglich waren 2,2 Prozent vorgesehen gewesen, doch wurde dieses Ziel bereits vorige Woche auf 2,5 Prozent angehoben. Der europäische Stabilitätspakt sieht eine Obergrenze von drei Prozent vor.

Personenzugverkehr von und nach Italien eingestellt
Am Mittwoch ist außerdem auch der der Personenzugverkehr von und nach Italien zur Gänze eingestellt worden. Die Verbindungen in unser Nachbarland enden somit in Villach bzw. Innsbruck. Betroffen sind zehn Fahrten nach Italien und ebenso viele wieder retour.

Bereits zuvor waren die ÖBB-eigenen Nachtzugverbindungen eingestellt worden. Aufrecht bleibt der Güterverkehr auf der Schiene, an den Grenzen werden jedoch Lok und Lokführer getauscht, sagte ÖBB-Sprecher Daniel Pinka.

Die ROLA (Rollende Landstraße) Wörgl-Trento verkehrt weiterhin nicht. Der Nahverkehr wurde eingestellt - und zwar zwischen Steinach am Brenner und Brennero/Brenner, zwischen Villach und Tarvisio sowie zwischen Sillian und San Candido/Innichen. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen nach St. Jodok am Brenner und Gries am Brenner wurde eingerichtet.

Der Personenverkehr zu allen anderen internationalen ÖBB-Destinationen wird laut Fahrplan weitergeführt, versicherte Pinka.

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