09.03.2020 16:32 |

Handel unterbrochen

US-Aktienkurse wegen Coronavirus eingebrochen

Der Handel am weltweit wichtigsten Börsenplatz hat an der New Yorker Wall Street am Montagmorgen mit einem Schock begonnen. Die US-Leitindizes Dow Jones sowie der S&P 500 fielen zum Handelsstart um jeweils etwa sieben Prozent und damit so stark wie zuletzt vor zehn Jahren. Der Handel war sogar kurzzeitig unterbrochen, weil großflächige Verkäufe eine automatische Maßnahme in Gang setzten, die nach der Finanzkrise 2008 eingeführt wurde.

Die Börsen sind derzeit besonders unruhig, weil Anleger auf der ganzen Welt die Folgen der Coronavirus-Epidemie fürchten. Auch die europäischen Finanzmärkte gaben stark nach. Der österreichische Aktienindex ATX lag am Montagnachmittag bei einem Minus von 8,55 Prozent. Der deutsche Aktienindex DAX lag bei minus 7,26 Prozent. In Italien brach die Börse um mehr als elf Prozent ein. 

Touristik-Werte immer weiter in Bedrängnis
Auch dem Tourismussektor dürften besonders schwere Zeiten bevorstehen. Der europäische Branchenindex fiel um 7,7 Prozent auf ein Fünfeinhalb-Jahres-Tief von 186,35 Punkten. Damit summiert sich das Minus der vergangenen Wochen auf fast 30 Prozent, was dem größten Kursrutsch seiner Geschichte entspricht.

Preissturz: Ölstaaten konnten sich nicht einigen
Die wichtigsten US-amerikanischen Indizes lagen zwischen fünf und neun Prozent im Minus. Am Sonntag scheiterten Verhandlungen führender Ölstaaten über eine Drosselung der Fördermengen. Der Preis für Rohöl aus der Nordsee und für US-Öl brach deshalb um 30 Prozent ein. Dabei handelt sich um den stärksten prozentualen Einbruch seit fast 30 Jahren. US-Präsident Donald Trump gab auf Twitter Saudi-Arabien und Russland die Schuld für diese Entwicklung.

Die US-Regierung arbeitet gerade an einem Hilfspaket für die heimische Wirtschaft, um die wirtschaftlichen Auswirkungen abzufedern. Aus China lagen am Montag neue Wirtschaftsdaten vor. Im Land des Corona-Ausbruchs brachen die Exporte im Jänner und Februar im Vergleich zu den Vorjahresmonaten ein.

US-Präsident verharmlost Corona-Epidemie auf Twitter
Trump verglich außerdem das Coronavirus mit der herkömmlichen Influenza: „Letztes Jahr sind 37.000 Amerikaner an der Grippe gestorben. [...] Niemand macht dicht, das Leben und die Wirtschaft geht weiter.“ Dieser Vergleich widerspricht jedoch Empfehlungen der WHO. Das SARS-CoV-2-Virus ist deutlich ansteckender als die Grippe und hat eine längere Inkubationszeit zwischen Ansteckung und der Ausbildung erster Symptome.

Bei Covid-19 gibt es häufiger schwere bis lebensbedrohliche Verläufe als bei der Grippe. Der WHO zufolge verläuft die Krankheit bei 15 Prozent der Infizierten so schwer, dass sie zusätzlich mit Sauerstoff versorgt werden müssen. 

Martin Grob
Martin Grob
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