09.03.2020 10:37 |

Country To Country

Mega-Stimmung beim größten Countryfestival Europas

Vom 06. bis 08. März 2020 ging in Berlin das Country To Country (C2C) Festival über die Bühne. In der Verti Music Hall stand dieses Wochenende alles im Zeichen vom „Sound of Nashville“.

Bereits zum zweiten Mal war die Stadt Berlin Gastgeber des größten Countryfestivals Europas. Nach dem großen Erfolg 2019 kamen auch dieses Jahr wieder Country-Stars und Newcomer aus den USA in die deutsche Hauptstadt. 

Countrystimmung an der East Side Gallery

Direkt neben der Berliner Mauer trafen sich am Wochenende Fans aus ganz Europa, um endlich ihre Lieblingskünstler hautnah zu erleben. Untertags gab es die Möglichkeit, Pulled Pork, Bier, Jeans, Stiefel, Gürtelschnallen und allerhand Schallplatten und Cds zu erwerben. Trotz des schlechten Wetters traten bereits zu Mittag einige Sänger in einem offenen Truck auf, um auf die bevorstehenden Superstars wie Luke Combs, Darius Rucker und Brett Young am Abend vorzubereiten. Ab 17 Uhr starteten dann die bekannten Künstler in der großen Verti Music Hall. Neben Solokünstlern traf man auch Bands wie The Cadillac Three und endlich auch weibliche Künstlerinnen wie Lindsay Ell an.

Luke Combs, Darius Rucker, Brett Young

Legenden wie George Strait oder Alan Jackson waren natürlich nicht vertreten. Das Event stand ganz im Zeichen der Country-Newcomer. So trat am Freitagabend als Hauptact Superstar Luke Combs auf, der derzeit die Countrycharts in den USA mit Songs wie „Beer never broke my heart“ und „Even though I‘m leaving“ stürmt. Seine Musik ist eine Mischung aus Country und Rock, die derzeit Menschen auf der ganzen Welt zum Toben bringt. Etwas länger im Musikgeschäft ist Darius Rucker, der am Samstag mit Gute-Laune-Songs wie „Alright“ und „Wagon Wheel“ die Menge unterhielt. Er gilt als einer der sehr wenigen Afro-Amerikaner, die mit dieser Art von Musik berühmt geworden sind. Am Sonntag durfte Schmusesänger und Ex-Baseballprofi Brett Young an den Start und brachte das Festival mit Songs wie „Sleep without you“ gebührend zum Abschluss. 

Von Freiheit, Familie und Farmern

Wohlgemerkt: Am Samstag trafen entlang der East Side Gallery Countryfans mit Cowboyhüten auf Deutsch-Rap-Anhänger mit Goldketten. Letztere warteten gespannt auf Deutschrapper Kontra K, der in der naheliegenden Mercedes Benz Arena ein Konzert gab. Nicht nur die Fangemeinde, auch die Stimmung auf Countrykonzerten ist anders. Die Zuschauer sind gelassen, glücklich, es gibt keine Anfeindungen und das Gelände ist frei von Randalen und Polizeieinsätzen. Zu Hut und Stiefeln passen Bier und Hot Dogs, gesprochen wird englisch und ab und zu ertappt man einen Zuschauer bei rhythmischen Square Dance Einlagen. Zwar weichen die modernen Artisten durchaus von dem ab, was Countrymusik in den Neunziger Jahren war, doch bleiben viele Künstler den traditionellen Elementen des Country treu. So werden Popelemente mit Fiddle, Steel Guitar und Banjo gemischt und zu einem Potpourri aus Rock, Pop und Country zusammengeschweist. Die Texte sind positiv, handeln von Freiheit, Familie und Farmern. Es fallen keine Schimpfwörter, es gibt keine Hassbotschaften. Die Freude, in Europa Anhänger anzutreffen, stand den Künstlern und Künstlerinnen ins Gesicht geschrieben. Viele Artisten eröffneten ihre Einlagen mit Statements wie: „Ich wusste gar nicht, dass ich hier drüben überhaupt Fans habe“. 

Countrymusik immer populärer

Neben Hip Hop ist Countrymusik in den Staaten wohl das beliebteste Musikgenre. Das liegt vor allem an der Verbreitung der Musik durch Radiosender wie „Country 108“, „Radio Country“ oder „Linedance and Country Radio“. Hier wird den ganzen Tag ausschließlich diese Art von Musik gespielt: Von traditionellen Melodien bis hin zu Countrypop ist alles dabei. Die Welle des Country ist noch nicht voll nach Europa übergeschwappt, doch trotzdem wird versucht, diesem Genre auch hierzulande mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Das wird vor allem durch das Country To Country Festival erreicht, welches übrigens nicht nur in Berlin, sondern auch in Glasgow, London, Dublin und Amsterdam stattfindet. Das Festival in Berlin hat bewiesen: Was einst US-amerkanische Volksmusik war, hat sich zu einem einzigartigen, bunten Genre mit jungen Talenten und bodenständigen Songs entwickelt, die Eindruck hinterlassen und einfach Spaß machen. 

Silvia Kluck
Silvia Kluck
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