08.03.2020 22:17 |

Viele Schließungen

Corona: Südtirol beendet schon jetzt Wintersaison

Die Coronavirus-Epidemie in Italien trifft auch den Wintertourismus mit voller Härte: Nach der Entscheidung der Regierung in Rom, die Lombardei und 14 Provinzen zu Quarantäne-Zonen zu erklären, haben sich die Südtiroler am Sonntag offenbar dazu durchgerungen, die Wintersaison früher zu beenden. Die „meisten“ Hotels und die Liftanlagen in den Südtiroler Skigebieten würden laut Medienberichten am Montag schließen. Der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher sprach von einem „Akt der Verantwortung“.

Den ganzen Sonntag über berieten der Hoteliers- und Gastwirteverband Südtirol und die Betreiber der Skigebiete über die Strategie. Wie die Nachrichtenportale stol.it und tageszeitung.it am Abend dann unter Berufung auf Touristiker zunächst berichteten, sei vereinbart worden, dass alle Betreiber von Liftanlagen und Hotels in den Südtiroler Skigebieten ihre Saison vorzeitig beenden - mehr als einen Monat vor der geplanten Schließung.

Uneinigkeit um konkrete Schließungen
Wie angespannt die Lage auch in Südtirol ist, macht die Debatte über das Ende der Wintersaison mehr als deutlich: Hieß es zunächst, die Schließung solle am Montag kommuniziert werden, berichtete stol.it später, dass die endgültige Entscheidung erst Montag fallen solle. Denn dem Bericht zufolge herrsche unter den Betreibern Uneinigkeit. Während Dolomiti Superski für eine freiwillige Beendigung der Saison sei, würden sich mehrere andere Gebiete strikt dagegen aussprechen.

Das Nachrichtenportal tageszeitung.it änderte indessen seinen Bericht und schrieb, dass Hotels und die Liftanlagenbetreiber „in den meisten“ Südtiroler Skigebieten die Wintersaison vorzeitig beenden würden. Es gebe demnach aber auch Ausnahmen: So werde das Skigebiet Schwemmalm Ulten die Saison regulär beenden, teilte Geschäftsführer Franz Holzknecht am Sonntagabend mit. „In der westlichen Landeshälfte besteht die Absicht, die Saison regulär zu Ende zu bringen. Dies sind wir unseren Mitarbeitern, den Mitarbeitern und Betreibern der Skihütten und deren Familien schuldig.“

Ob auch Hotels außerhalb von Skigebieten schließen werden, stand den Berichten zufolge noch nicht fest. Es sei aber durchgesickert, dass der Hoteliers- und Gastwirteverband Südtirol seinen Mitgliedsbetrieben eine Schließung raten werde, hieß es.

Landeshauptmann bestätigt Schließung der Dolomitentäler
Landeshauptmann Arno Kompatscher sagte gegenüber tageszeitung.it, er unterstütze die Touristiker in ihrem Bestreben, einen Akt der Verantwortung zu setzen und sprach von einer „klugen Entscheidung“, die er voll unterstütze. Man wolle in Zeiten wie diesen kein zusätzliches Risiko eingehen, hieß es.

Im Interview mit dem Sender Rai Südtirol sprach Kompatscher dann von einer „Schließung in den Dolomitentälern“ - das sind die wichtigsten Regionen von Südtirol. Die Schließung sei demnach zwar „nicht vorgeschrieben“, aber trotzdem habe man den Entschluss nun gefasst, so der Landeshauptmann. „Aus Sicherheit, als Vorbeugemaßnahme, als Schutz für Gäste, Einheimische und Mitarbeiter “, ergänzte er.

Schon 366 Corona-Tote in Italien
Die Zahl der Coronavirus-Toten in Italien steigt rasant: Innerhalb eines Tages seien 133 Menschen der neuartigen Lungenkrankheit erlegen, teilten die Behörden am Sonntagabend in Rom mit. Allein in der Region Lombardei wurden seit Samstag 103 Tote registriert. Insgesamt starben in Italien bisher 366 Menschen am Coronavirus.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hatte die italienische Regierung zuvor drakonische Maßnahmen beschlossen. Seit Sonntag sind ganze Regionen und Städte im Norden abgeriegelt, 16 Millionen Menschen sind betroffen. Sie dürfen die Gebiete bis zum 3. April nicht mehr verlassen. Seit Sonntag sind in Italien auch Kinos, Theater und Museen geschlossen. „Das ist eine schmerzhafte, aber notwendige Maßnahme, die wir im Namen der öffentlichen Gesundheit ergreifen mussten“, sagte Kulturminister Dario Franceschini.

Noch am Sonntag rief die Regierung in Rom dann alle einheimischen und ausländischen Touristen zum Verlassen der Quarantäne-Zonen in Norditalien auf. In den betroffenen Regionen sollen Reisen aus touristischen Gründen vermieden werden, hieß es in einem Schreiben des Verkehrsministeriums.

Frankreich verbietet Großveranstaltungen
Nach einem deutlichen Anstieg der festgestellten Coronavirus-Infektionen verbietet Frankreich indes alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Dies teilte Gesundheitsminister Olivier Véran am Sonntagabend in einer Pressekonferenz in Paris mit. In Frankreich hat die Zahl der Coronavirus-Fälle die 1000er-Marke überschritten. Die Behörden meldeten 1126 Erkrankte, um 177 mehr als am Samstag. Die Zahl der Covid-19-Toten stieg von 16 auf 19.

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