09.03.2020 16:41 |

Aktuelle Übersicht

Coronavirus: Diese Sport-Events sind betroffen

Absagen, Verschiebungen, Sondergenehmigungen - der Coronavirus hat die Sportwelt immer mehr im Griff. Ein Überblick zu den aktuellen Entwicklungen:

FORMEL 1: Der Grand Prix von Bahrain wird zum Geister-Rennen. Der Veranstalter reagierte mit einer bisher einmaligen Maßnahme in der Königsklasse des Motorsports auf den Coronavirus und lässt das zweite Saisonrennen am 22. März ohne Zuschauer stattfinden. Der Große Preis von China im April war bereits abgesagt worden.

FUSSBALL: Das Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League zwischen dem FC Basel und Eintracht Frankfurt kann nicht stattfinden. Die Kantonspolizei Basel-Stadt hat nach Rücksprache mit dem kantonalen Krisenstab am Montag entschieden, die für 19. März angesetzte Partie nicht zu bewilligen. Dies geschehe „mit Blick auf den Gesundheitsschutz der Bevölkerung“ und den Maßnahmen, das Coronavirus zu verlangsamen. Selbst bei einem „Geisterspiel“ sei davon auszugehen, dass mehrere hundert Eintracht-Fans nach Basel reisen und sich während des Spiels vor dem Stadion versammeln würden, so der Kanton. Das Verbot, Veranstaltungen mit über 1000 Menschen stattfinden zu lassen, würde damit unterlaufen, hieß es. Außerdem würden die Einsatzkräfte in Basel bereits jetzt an den Kapazitätsgrenzen arbeiten.

Die Spiele in der französischen Ligue 1 dürfen ab sofort vor „maximal 1000 Zuschauern“ ausgetragen werden. Dies gab Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu am Montagnachmittag bekannt. Diese Verordnung gelte vorerst bis 15. April, sagte die 44-jährige Ex-Weltmeisterin im Schwimmen.

In Italiens Serie A sind Geisterspiele bereits an der Tagesordnung. Dort wird bereits über eine komplette Absage der Meisterschaft diskutiert. „Benötigt ihr noch etwas? Stoppt den Fußball“, schrieb Damiano Tommasi, Chef der italienischen Fußballer-Gewerkschaft, auf Twitter. Eine entsprechende Forderung habe er auch an die Verantwortlichen einschließlich Ministerpräsident Giuseppe Conte geschickt. Am Dienstag will der italienische Fußball-Verband (FIGC) über die Fortführung der italienischen Serie A entscheiden. Bis zum 3. April werden in Italien alle Sportveranstaltungen ohne Zuschauer ausgetragen.

Auch in Deutschland wurden Maßnahmen getroffen: Alle Partien in Nordrhein-Westfalen werden bis auf Weiteres ohne Fans ausgetragen oder abgesagt. Betroffen sind unter anderem das Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln, das am Mittwoch nachgeholt wird, sowie das Revierderby am Samstag zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04. Auch Düsseldorf gegen Paderborn am Freitag, Köln gegen Mainz am Samstag und zwei Zweitligapartien finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der Internationale Fußballverband hat wegen der Coronavirus-Epidemie die asiatischen Qualifikationsspiele für die Fußball-WM 2022 in Katar im März und Juni verschoben. Darauf habe man sich mit der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC) verständigt, teilte die FIFA am Montag mit. Auch die japanische J-League beschloss am Montag, dass sie im März keine Spiele abhalten werde.

OLYMPIA: Die Zeremonie zur Entzündung des Olympischen Feuers für die Sommerspiele von 24. Juli bis 9. August in Tokio wird am Donnerstag aus Schutz vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus ohne Zuschauer abgehalten. Das teilte das Olympische Komitee Griechenlands mit. Die Fackel wird traditionell im antiken Olympia entzündet. Das Feuer wird am Donnerstag entzündet, nur 150 Personen haben Zugang zur Zeremonie. Es folgt ein siebentägiger Staffellauf mit einer Übergabe-Zeremonie an Japan am 19. März.

EISHOCKEY: Das vierte Viertelfinalspiel zwischen dem HCB Südtirol und dem HC Znojmo (Zwischenstand in der „best of seven“-Serie 3:0) kann nicht wie geplant am Dienstag ausgetragen werden. Dies gab die Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) am Montagnachmittag bekannt. „In Abstimmung mit den beiden Klubs bemüht sich die Erste Bank Eishockey Liga, die Partie in den nächsten Tagen auf einem neutralen Standort durchzuführen, um der speziellen Situation und den Vorgaben der nationalen Behörden im Zusammenhang mit dem Coronavirus gerecht zu werden“, hieß es in der EBEL-Aussendung.

Die Eishockey-Weltmeisterschaften der Frauen in Kanada und Frankreich sind wegen des Coronavirus abgesagt worden. Die A-WM war von 31. März bis 10. April in Halifax und Truro geplant gewesen, die WM der Division 1A mit Österreich von 12. bis 18. April in Angers. Akut gefährdet ist nun auch die Weltmeisterschaft der Männer, die vom 8. bis 24. Mai in der Schweiz geplant ist. Bis Mitte April will die IIHF entscheiden.

TENNIS: Das neuartige Coronavirus hat erstmals zur Absage einer großen Sportveranstaltung in den USA geführt und Tennis-Fans und -Spielern eines der beliebtesten Turniere genommen. Wegen eines bestätigten Covid-19-Falls in der Region findet das für die kommenden beiden Wochen geplante kombinierte Damen- und Herren-Turnier im amerikanischen Indian Wells nicht statt. Betroffen von der Absage ist auch Österreichs Tennis-Star und Vorjahres-Champion Dominic Thiem, der seinen Titel nun vorerst nicht verteidigen kann.

RADSPORT: Während am Sonntag die Fernfahrt Paris-Nizza planmäßig startete, blieben sieben Teams der WorldTour dem Rennen zur Sicherheit fern. In Italien wurden alle WorldTour-Rennen im Monat März, darunter auch der Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo gestrichen. Unterdessen durften die französischen Teams Groupama-FDJ und Cofidis die Quarantäne der UAE-Tour verlassen.

WINTERSPORT: Das Finale der Skispringer bei der Skiflug-WM im slowenischen Planica (19. bis 22. März) ist gefährdet. Polens Sportdirektor Adam Malysz schrieb in einem Post auf Instagram, dass es am Donnerstag zu einem Treffen der Trainer mit dem Weltverband (FIS) komme, um zu erörtern, ob die Skiflug-WM abgesagt oder ohne Zuschauer ausgetragen werden solle.

Wegen des Ausbruchs des Coronavirus in Italien hat der Italienische Wintersportverband (FISI) beschlossen, ab sofort alle Aktivitäten auszusetzen. Abgesagt wurden Trainings, Wettkämpfe sowie Reisen von Athleten, Ärzten und Teams auf jedem Niveau, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Presseaussendung des Verbands. Athleten, die sich bereits auf den Wettkampf-Stätten (Weltcup, Junioren-Weltmeisterschaften) befinden oder noch um die Gesamtwertung oder Spezialwertungen mitkämpfen, dürfen diese noch bestreiten.

LEICHTATHLETIK: Nach den Absagen für Paris und Rom findet nun auch der Marathon in Barcelona nicht zum geplanten Termin statt. Die für den 15. März geplante Veranstaltung in der katalanischen Metropole wurde von der Stadtverwaltung auf den 25. Oktober verschoben, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. In Wien sahen die Veranstalter bisher keine Veranlassung, den für 19. April geplanten Event zu verschieben oder gar abzusagen.

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