20.07.2010 10:06 |

FPÖ will mehr Leute

Überstunden im Magistrat kosten gut zwei Mio. Euro

75.000 Überstunden haben die Salzburger Magistratsbediensteten im Jahr 2009 geleistet. Im Budget schlug sich das mit 2,1 Millionen Euro Mehrkosten nieder. FP-Klubchef Andreas Schöppl (Bild) fordert deshalb, dass alle Planstellen besetzt werden: "Das wäre billiger." Bürgermeister Heinz Schaden: "Nicht machbar."

31.500 Überstunden haben die Magistratsbediensteten heuer in den ersten vier Monaten bereits geleistet, im Vorjahr waren es insgesamt 75.000. Gekostet hat das den Steuerzahler 2009 rund 2,16 Millionen Euro. Und das stößt FP-Klubchef Andreas Schöppl sauer auf: "Überstunden sind teurer und durch sie wird auch ein negativer Beschäftigungseffekt erzielt." Er fordert die Nachbesetzung der derzeit vakanten 128 Planstellen im Magistrat.

Denn immer mehr Bedienstete fehlen nach dem aktuellen Stellenplan: 2009 betrug die Lücke 101 Bedienstete, mit Stichtag 1. Juni 2010 waren schon 128,5 Planstellen im Magistrat unbesetzt. Schöppl: "Von der Einhaltung eines vernünftigen Stellenplanes würden schließlich alle profitieren."

Überstunden nicht zu verhindern
Bürgermeister Heinz Schaden sieht das anders: "Mehr als 50 Prozent aller Überstunden wurden von der Berufsfeuerwehr, der EDV-Abteilung, dem Winterdienst oder an den Schulen geleistet." Und dafür würde es gar keinen Sinn machen, zusätzlich Leute anzustellen, sagt Schaden: "Denn die EDV-Abteilung kann nun einmal nur Wartungsarbeiten außerhalb der Dienstzeiten vornehmen und die Berufsfeuerwehr muss nun einmal zu jeder Zeit ausrücken."

Eingeschränkter Spielraum
Doch demnächst soll der Bericht zur geplanten Struktur-Reform im Magistrat vorliegen. Erst dann, so steht es in einem Parteien-Übereinkommen, wird über die nötige Personalzuteilung neu entscheiden. Dringend nötig etwa für die Sicherheit Salzburgs: zusätzliche Bergputzer! Hier fehlen seit Jahren drei der eigentlich elf vorgesehenen Arbeiter. Doch die Stadtparteien haben sich in einem Übereinkommen selbst Fußfesseln angelegt, was die Finanzen betrifft: "Da die Personalkosten pro Jahr nur um ein Prozent steigen dürfen", so Schaden, "muss jeder neue Posten genau überlegt werden."

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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