Oft nur milder Verlauf

Mediziner beruhigt: Hoffnung bei Corona in Sicht

Österreich
28.02.2020 06:00

Ähnlich wie bei der Grippe könnte die Virusgefahr mit höheren Temperaturen abflauen. Der Tropenmediziner Prof. Dr. Burgmann erklärt, warum drastische Maßnahmen zwar notwendig, aber kein Indiz für die Gefährlichkeit des neuen Coronavirus sind.

Als Vorsichtsmaßnahmen, um die Verbreitung von SARS-CoV-2 aufzuhalten, sind alle derzeit gesetzten Aktionen in Österreich äußerst sinnvoll, bestätigt Internist, Tropen- und Intensivmediziner Univ.-Prof. Dr. Heinz Burgmann von der MedUni Wien.

(Bild: "Krone"-Grafik, krone.at-Grafik)

„Krone“: Viele Menschen fürchten sich sehr vor dem neuen Coronavirus. Wird genug unternommen?
Prof. Dr. Burgmann: Davon bin ich überzeugt. Es geht ja darum, die Verbreitung zu verhindern beziehungsweise einzudämmen. Nicht weil das Coronavirus so aggressiv wäre, sondern um bestmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Die Fallzahlen aus China zeigen, dass bei 80 Prozent der Infizierten nur sehr milde Symptome von Fieber, Schnupfen und Husten auftreten. Bei fünf bis sechs Prozent der Betroffenen wird intensivmedizinische Betreuung notwendig. Die Zahl der Todesfälle von zwei bis drei Prozent könnte bei uns sogar etwas zu hoch gegriffen sein. In Deutschland etwa wurden bis jetzt alle diagnostizierten Personen geheilt.

Stimmt es, dass Kinder weniger anfällig sind?
Tatsächlich kann das kindliche Immunsystem besser mit diesem Coronavirus umgehen, auch Schwangere haben ein geringeres Erkrankungsrisiko.

Gibt es einfache Methoden, sich im Alltag vor einer Ansteckung zu schützen?
Halten Sie beim Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt zwei Meter Abstand zu Ihren Mitmenschen, und beschränken Sie den Kontakt auf 15 Minuten. Derzeit besser auf Händeschütteln verzichten, da eine Übertragung auch durch Schmierinfektion möglich ist. Ansonsten die üblichen Hygieneregeln in Grippezeiten beachten.

(Bild: Racle Fotodesign/stock.adobe.com)

Und wie verhält man sich, wenn man den Verdacht hat, infiziert zu sein?
Nicht gleich in eine Ambulanz fahren oder sich zum Hausarzt in den Warteraum setzen, damit im Ernstfall nicht weitere Personen angesteckt werden. Die Hotlines von AGES (0800 555 621) oder 1450 anrufen. Dort steht rund um die Uhr geschultes Personal zur Verfügung, das fachgerecht beraten kann, was zu tun ist. Es wird außerdem in Kürze möglich sein, nach Rücksprache mit den Experten der Hotline einen Abstrich zu Hause durchzuführen, um eine rasche Diagnose zu erhalten.

Entwickelt man eine Immunität, wenn man Covid-19 einmal durchgemacht hat?
Da fehlen uns noch ausreichend Daten.

Kronen Zeitung

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