26.02.2020 09:00 |

Prozess am 24. März

Mordfall Lucile: Angeklagter (43) vor Auslieferung

Noch in dieser Woche soll Fernfahrer Catalin C. (43), der 2014 in Kufstein die furchtbare Bluttat an der französischen Studentin Lucile K. (20) verübt haben soll, nach Tirol gebracht werden. Hier wartet auf den Mann, der in Deutschland nach einer ähnlichen Tat in lebenslanger Haft sitzt, ein weiterer Mordprozess. Der Termin steht mit 24. März bereits fest. Ein Schlusspunkt nach sechs Jahren.

Der Tod der Studentin, die am 12. Jänner 2014 am Innufer gefunden wurde, löste nicht nur in Kufstein Entsetzen und Verunsicherung aus. Umso mehr, als die Ermittler mehr als drei Jahre im Dunkeln tappten. Die beschauliche Festungsstadt veränderte sich: Frauen rüsteten sich etwa mit Taschenalarmen aus, fuhren nachts nur mehr mit Taxis. Raubmord? Beziehungstat? Zufallsopfer? Das Verbrechen blieb ein Rätsel, unter vielen Hinweisen war keine heiße Spur. Immerhin wurde die Tatwaffe – eine Lkw-Hubstange – von Tauchern aus dem Inn geborgen. Der Verdacht, ein Lkw-Fahrer stehe hinter der Schreckenstat, war begründet.

Ähnlicher Mord an einer Joggerin in Deutschland
Doch erst ein ähnlicher Mord an einer Joggerin (27) im deutschen Endingen im Jahr 2016 ließ bei den schon fast verzweifelten Ermittlern den Knoten platzen. Weil auch hier ein Fernfahrer als Mörder in Betracht gezogen wurde, werteten die Ermittler rund 50.000 Lkw-Mautdaten aus. Zudem konnte die Hubstange dem Lkw-Typ „Iveco“ zugeordnet werden. Anfragen bei Speditionen und später erhaltene Daten, wonach das Handy des Rumänen in Tatortnähe in Endingen eingeloggt war, mündeten in einem Speicheltest beim nun dringend Verdächtigen – diese Spur mit der Nummer 4334 führte zum Treffer!

Dem Psychiater den Tiroler Mord gestanden
Am Landgericht Freiburg wurde der geständige Familienvater am 22. Dezember 2017 zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Schon zuvor hatte er einem deutschen Gerichtspsychologen gestanden, auch Lucile getötet zu haben.

Revision in Deutschland
Klar war schon damals: Der Rumäne wird sich auch in Tirol wegen Mordes verantworten müssen. Doch seine Verteidigung hatte im Fall Endingen Revision wegen Begründungsmängeln der künftigen Verwahrungshaft eingelegt. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe gab dieser Revision statt, bestätigte aber den Schuldspruch in puncto Mord. Durch Verzögerungen konnte die Innsbrucker Staatsanwaltschaft erst im Juni 2018 Mordanklage gegen Catalin C. auch im Fall Lucile erheben.

Auslieferung erst nach langen Verzögerungen
Weitere Geduldsproben ergaben sich aber durch die Überlastung des Freiburger Landgerichts. Man sei durch ein Großverfahren noch bis ins Frühjahr 2020 ausgelastet, hieß es. Erst danach könne man erneut über die Sicherungsverwahrung des Rumänen entscheiden. Immerhin hielt dieser von der deutschen Justiz versprochene Zeitplan und der nun 43-Jährige wird nach Tirol überstellt. „Die Übergabe ist noch in dieser Woche geplant“, bestätigte Andreas Stutter, Vizepräsident und Sprecher des Landesgerichts Innsbruck, der „Krone“.

Der Schwurgerichtsprozess ist ganztags für den 24. März anberaumt. Vermutlich werden die Eltern von Lucile dabei sein, wenn der mutmaßliche Mörder ihrer Tochter wieder vor Gericht steht.

Andreas Moser
Andreas Moser
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