16.07.2010 17:51 |

Heftige Unwetter

6.413 Blitze und Hagelschloßen so groß wie Hühnereier

Heftige Unwetter haben am Donnerstag in weiten Teilen der Steiermark gewütet. 6.413 Blitze wurden registriert, dazu gab es Starkregen und Hagelschloßen so groß wie Hühnereier (kleines Bild). Die entstandenen Sachschäden sind enorm, doch glücklicherweise wurde niemand verletzt. So auch nicht jene 20 Urlauber, die nach Murenabgängen im Rantental im Bezirk Murau eingeschlossen waren.

Die Bezirke Graz-Umgebung, Judenburg, Knittelfeld, Leoben, Liezen und Murau waren von den Unwettern besonders betroffen. Mit Hagel und sintflutartigen Regenfällen wurden die Gemeinden Deutschfeistritz, Übelbach, Großstübing, Frohnleiten, Röthelstein, Peggau und Semriach zugedeckt. "Binnen weniger Minuten glich unser Ort einer Winterlandschaft, unsere Bäche wurden zu reißenden Flüssen", berichtet Dietmar Jantscher von der Deutschfeistritzer Feuerwehr. Zwei Stunden tobte das Unwetter, die "Pyhrn" musste gesperrt werden, weil im Kalcherkogeltunnel das Wasser stand und auch der Strom ausgefallen war.

Aufgrund der gewaltigen Regenmengen gingen in Pusterwald und Bretstein im Bezirk Judenburg mehrere Muren ab. Deshalb wurden auch einige Straßen gesperrt. Gegen 19.40 Uhr heulten im Bezirk Knittelfeld die Sirenen, weil in Pichl bei St. Lorenzen ein Wald durch Blitzschlag zu brennen begonnen hatte (siehe Nachlese in der Infobox). Wie bereits berichtet, stand die Leobner Innenstadt unter Wasser. Doch auch in den umliegenden Gemeinden waren die Feuerwehren wegen Überflutungen pausenlos im Einsatz. Muren und Hochwasser gab es auch im Raum Trieben im Bezirk Liezen. Während einer Kindergeburtstagsfeier schlug ein Blitz in ein Haus ein - alle kamen zum Glück mit dem Schrecken davon.

Schlammlawine riss Zelt von Jugendlichen mit
Umgestürzte Bäume, Muren, überflutete und weggerissene Straßen gab es im Raum Ranten und Krakaudorf (Bild) im Bezirk Murau. Besonders dramatisch die Situation für 20 Urlauber, die im Rantental in Almhütten untergebracht sind: Sie waren von der Umwelt abgeschnitten: "Eine Mure ist neben einer Hütte abgegangen, außerdem wurde das Zelt von drei Jugendlichen von einer Schlammlawine mitgerissen. Sie konnten sich aber in Sicherheit bringen", sagte Thomas Esterl, der Kommandant der Feuerwehr Krakaudorf, der mit 40 Kameraden und acht Bergrettern aus Krakauebene im Einsatz war.

Elf Urlauber, darunter auch Kinder, wurden am Freitag per Hubschrauber aus dem Rantental geflogen, neun Feriengäste flüchteten zu Fuß. "Im Zentrum des Unwetters war auch der Wanderschäfer mit seinen 800 Schafen, der erst vor kurzem abgestürzt ist und danach einige Tage im Krankenhaus verbringen musste. Dem Mann und den Tieren ist aber nichts passiert", sagt der Gastwirt Joseph Schnedlitz.

"Ein blitzarmer Sommer"
Trotz der 6.413 Blitze, die am Donnerstag vom Blitzortungssystem ALDIS in der Steiermark registriert wurden, haben wir laut dem Experten Hannes Pichler heuer "einen blitzarmen Sommer in Österreich". Die Statistik beweist es: Bis zum 15. Juli blitzte es nur 100.471-mal Zum Vergleich: 201.051 (2006), 157.313 (2007), 126.573 (2008) und 160.471 (2009).

von Peter Riedler ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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