20.02.2020 09:00 |

Bilanz für Tirol

37.000 Anzeigen: Viele Lkw als rollende Gefahr

David gegen Goliath – oder: Tirol gegen die EU. Der Transitstreit droht völlig zu eskalieren! Was bei den Diskussionen oft untergeht, aber nicht minder brisant ist, ist die Tatsache, dass viele Lkw durchs Land donnern, die nicht den Bestimmungen entsprechen, Mängel aufweisen und somit eine enorme Gefahr darstellen

Lkw-Kontrollstelle Leisach, Dienstagabend gegen 17.30 Uhr: Die Polizei zieht einen Gefahrgut-Transporter aus dem Verkehr, nimmt diesen gründlich unter die Lupe und stellt eine ganze Reihe von Verstößen fest.

So fiel den Beamten unter anderem sofort auf, dass im digitalen Fahrtschreiber des öfteren keine Karte benutzt und somit die Einhaltung der gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten umgangen wurde. Darüber hinaus fehlte für das transportierte Gefahrengut, das noch dazu nicht ausreichend gesichert war, die vorgeschriebene Kennzeichnung. Als wäre das alles nicht schon genug, konnte der Lenker zudem nicht alle erforderlichen Dokumente vorweisen. Zu guter Letzt war der 34-Jährige auch noch zu schnell unterwegs.

Die Folge: Weiterfahrt untersagt, einige Anzeigen – unter anderem wegen Verdachts der Datenfälschung.

Über 37.000 Anzeigen und 6800 Organmandate
Dass es sich hier nicht um einen Einzelfall handelt, beweist die Statistik der Tiroler Verkehrspolizei. Allein im Vorjahr hagelte es im Bereich Schwer- und Gefahrgutverkehr 37.198 Anzeigen. Ein Plus von vier Prozent. Zudem wurden noch 6811 Organstrafverfügungen verhängt. Weitere Details zur Bilanz (Auswahl):

  • Die meisten Beanstandungen (15.706) gab es wegen Missachtung der Lenk- und Ruhezeiten. Nicht selten werde an den digitalen Tachos herummanipuliert – etwa mit Magneten oder zusätzlichen Einbaugeräten.
  • Hinsichtlich Überladung verzeichnete die Tiroler Exekutive im Vorjahr unterm Strich 10.940 Delikte.
  • Immer wieder kamen den Fahndern auch regelrechte „Schrottlauben“ unter. In 10.806 Fällen wurden technische Mängel beanstandet. Zudem gab es 1278 Delikte wegen Gefahrgutmängeln. Bei nicht wenigen Lkw herrschte Gefahr in Verzug!
  • Richtig gefährlich wird es auch dann, wenn die „Brummi“-Fahrer alkoholisiert sind. Rund 60 Betrunkene konnte die Polizei ertappen. 44 davon an den sechs Kontrollstellen Radfeld, Kundl, Brenner, Nauders, Musau und Leisach.
Hubert Rauth
Hubert Rauth
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