12.02.2020 14:48 |

Zwischenfall in Moskau

Angeklagter erschoss sich bei Urteilsverkündung

Vor den Augen aller Anwesenden hat sich am Mittwoch ein wegen Erpressung angeklagter Mann in einem Moskauer Gerichtssaal während der Urteilsverkündung erschossen. Der frühere Mitarbeiter des Strafvollzugs soll von einem Kollegen zehn Millionen Rubel (rund 144.000 Euro) erpresst haben. Er wurde dafür zu drei Jahren Haft verurteilt. Wie der Mann eine Waffe in den Saal bringen konnte, muss nun geklärt werden. Gerichte in Russland haben eigentlich extrem strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Der ehemalige Leiter des Fuhrparks des russischen Strafvollzugs war nach Darstellung seines Anwalts Grigori Iwanischtschew wegen einer schweren Krebserkrankung unter strengen Auflagen auf freiem Fuß. Er hatte demnach auch bis zum Schluss seine Unschuld beteuert. Der Mann beklagte, dass das Gericht entlastende Beweise - darunter Tonmitschnitte - nicht berücksichtigt habe. Menschenrechtler beklagen immer wieder willkürliche Urteile der russischen Justiz sowie die Käuflichkeit von Richtern. Auch der Gefängnisdienst in Russland steht im Ruf, korrupt zu sein.

Tatwaffe war Auszeichnung für Tschernobyl-Einsatz
Den Angaben des Anwalts erschoss sich der Verurteilte mit einer Pistole, die er als Auszeichnung für vorbildliche Leistungen im Dienst erhalten hatte. Der Mann habe nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986 zu jenen Helfern gehört, die mit der Beseitigung der Schäden beauftragt waren.

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