06.02.2020 10:22 |

Anschlag in Jerusalem

Auto rast in Menschenmenge - 14 Verletzte

Im Stadtzentrum von Jerusalem ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast, dabei sind mindestens 14 Menschen verletzt worden. Wie die israelische Armee am Donnerstag mitteilte, handelte es sich beim Großteil der Verletzten um Soldaten. Armee und Polizei sprachen von einem „Terroranschlag“. Die radikalislamische Hamas bezeichnete den Angriff als „Antwort“ auf den Nahost-Plan von US-Präsident Donald Trump, auf ein Bekenntnis zu der Attacke verzichtete die Miliz jedoch.

Der Vorfall ereignete sich etwa zwei Stunden nach Mitternacht (Ortszeit) in einer belebten Zone mit vielen Restaurants und Bars. Nach Polizeiangaben flüchtete der Fahrer. „Die Polizei sucht nach dem Fahrzeug“, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld. Der Vorfall werde als möglicher „Terrorangriff“ untersucht, fügte er hinzu.

Zur möglichen politischen Motivation des Täters wurde bislang nichts bekannt. In der Vergangenheit hat es jedoch immer wieder von Palästinensern verübte Anschläge mit Autos auf israelische Soldaten oder Zivilisten gegeben.

Noch mehr Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern
Dies Vorfälle ereigneten sich inmitten erheblicher Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern. Seit der Vorstellung des Nahost-Plans durch US-Präsident Donald Trump vor mehr als einer Woche gab es an der Grenze Israels zum Gazastreifen fast täglich militärische Auseinandersetzungen. Militante Palästinenser attackierten den Süden Israels mit Raketen, Mörsergranaten oder Brandballons, worauf Israel seinerseits mit Vergeltungsangriffen reagierte.

Am Mittwoch hatte es zum erstem Mal seit der Vorstellung von Trumps Plan einen Toten bei palästinensischen Protesten gegeben. Ein 17-Jähriger wurde nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten in Hebron tödlich von einer Kugel getroffen worden.

Bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten ist am Donnerstag im nördlichen Westjordanland dann ein weiterer Palästinenser getötet worden. Nach palästinensischen Angaben waren Soldaten in die Palästinenser-Stadt Jenin vorgedrungen, um dort das Haus eines palästinensischen Attentäters zu zerstören. Bei Konfrontationen seien ein 19-Jähriger getötet und sieben weitere Palästinenser verletzt worden

Trumps Plan bringt nur Kritik
Trumps Nahost-Plan sieht eine „realistische Zwei-Staaten-Lösung“ mit Jerusalem als „ungeteilter Hauptstadt“ Israels vor. Die Palästinenser sollen dem Plan zufolge unter Bedingungen die Möglichkeit erhalten, einen eigenen Staat zu gründen - allerdings ohne das strategisch und wirtschaftlich wichtige Jordantal im Westjordanland und ohne Ostjerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser hatten Trumps Plan umgehend abgelehnt. Die Palästinenser-Führung hatte nach der Präsentation des Nahost-Plans zu Protesten im Westjordanland und im Gazastreifen aufgerufen. Der Plan stieß auch international auf viel Kritik.

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