08.07.2010 10:31 |

Nach Gasexplosion

Trümmer flogen über 250 Meter weit - enormer Schaden

Einen Tag nach der Explosion am Dach eines Rohbaus in Favoriten hat die Feuerwehr die teilweise dramatischen Details des Großeinsatzes bekannt gegeben. Mitglieder des ersten Löschtrupps trafen just zu dem Zeitpunkt ein, als eine der Gasflaschen in die Luft flog. Teile davon (Bild links) schlugen direkt neben den Feuerwehrleuten ein, andere wiederum wurden bis zu 250 Meter weit weg geschleudert. Wie hoch der Sachschaden ist, war am Donnerstag noch unklar.

Restlos geklärt sei die Unglücksursache noch nicht, betonte Branddirektor Gerald Hillinger am Mittwoch. Es gilt jedoch als ziemlich wahrscheinlich, dass Flämmarbeiten am Dach des Rohbaus in der Rotenhofgasse 102 einen Brand ausgelöst hatten. Die dadurch entstandene Hitze ließ vier je 33 Kilo schwere Flüssiggasflaschen explodieren. Ein Feuerwehrzug, der gerade auf der Heimfahrt von einem anderen Einsatz war, sah die Rauchsäule und fuhr zum Ort des Geschehens.

Als die Einsatzkräfte mit den Löscharbeiten begannen, explodierte die vierte Gasflasche. Zu diesem Zeitpunkt saß einer der Bauarbeiter, der zu der zuständigen Dachdeckerfirma gehörte, am Gehsteig. Er stand unter Schock und wurde unmittelbar danach von der Rettung betreut.

Komplizierte und gefährliche Löscharbeiten am Dach
Die Feuerwehrleute rückten dem Brand, der rasch auf das Nachbargebäude übergegriffen hatte, mit Drehleitern bzw. zu Fuß durch das Stiegenhaus zu Leibe. Besonders schwierig gestaltete sich die Bekämpfung des Feuers in einer Mansardenwohnung, aus der noch weit eine Stunde nach der Explosion immer wieder Flammen züngelten. Zusätzlich lösten diverse Kunststoffe, die sich durch die enorme Hitze verflüssigt hatten, Sekundärbrände aus. Schließlich kamen Motorsägen zum Einsatz, um die Dachkonstruktion der Wohnung zu entfernen.

Wie gewaltig die Explosion war, verdeutlicht die Tatsache, dass Teile der zerfetzten Gasflaschen einen viertel Kilometer weit flogen, in einem Hinterhof landeten und einen Pkw beschädigten. Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden. "Brand aus" konnte erst um 19.45 Uhr, also rund acht Stunden nach Einsatzbeginn, gegeben werden.

"Ich dachte, mein Haus stürzt ein!"
"Es hat ganz fürchterlich geknallt", schilderte eine Augenzeugin, die in einem nahe dem Unglücksort liegenden Haus beim Kochen aufgeschreckt wurde. Im krone.at-Forum berichteten ebenfalls Augenzeugen von einer bzw. mehreren gewaltigen Erschütterungen. "Ich dachte, mein Haus stürzt ein", schrieb "ideal03".

"Das ganze Haus hat vibriert, alle sind in Panik raus", schilderte eine weitere krone.at-Leserin, die sich nach eigenen Angaben in einem Nachbarhaus befand. "Es war eine Stichflamme zu sehen, dann breitete sich eine ziemlich bedrohlich wirkende schwarze Rauchwolke aus. Durch die Sonneneinstrahlung hatte sie einen gespenstischen Glanz", meinte die Anrainerin vor Ort weiter.

Feuerwehr im Großeinsatz

Dutzende von Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr, der Rettung sowie der Polizei, großräumige Absperrungen und Hunderte Schaulustige sorgten am Mittwoch Ecke Rotenhofgasse/Knöllgasse für Hochbetrieb. Auf den Straßen in der Umgebung lagen durch die Explosion weggeschleuderte und aufgewirbelte Gegenstände wie verkohlte Planken und verbeulte Metallstücke von den Gasflaschen.

Fotos: krone.at-Leserreporter Gerhard Höss, Matthias Steinkogler und Klaus Kleim aus Wien

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