Schwerer Verdacht:

Jugendlicher (17) erpresste Schutzgeld von Kindern

„Wir sind verzweifelt, unsere Enkel trauen sich nicht mehr aus dem Haus, weil sie solche Angst haben!“ Ein Linzer versteht die Welt nicht mehr. Ein 17-jähriger Tschetschene soll die beiden Brüder (12 und 15) und deren Freunde seit dem Sommer bedroht, geschlagen, genötigt und von ihnen Schutzgeld erpresst haben.

„Unsere beiden Enkelsöhne waren seit dem Sommer, blass, mürrisch, gingen kaum mehr aus dem Haus und haben schlechte Noten gehabt. Wir haben geglaubt, naja, die werden pubertieren. Erst als meine Frau den Jüngeren angeredet hat und er ausgepackt hat, sind wir draufgekommen, was los ist. Dass ein 17-jähriger vorbestrafter Tschetschene unsere Enkel und ihre ganze Clique mit seinen Komplizen seit Monaten unter Druck setzt“, erzählt der Großvater: „Der Tschetschene hat unserem älteren Enkel ein Messer an den Hals gesetzt und ihm gedroht, dass er ihn absticht, wenn er nicht zahlt. 700 Euro hat ihm mein Enkel aus Angst gegeben“, sagt der 62-Jährige.

Ganze Liste von Delikten
Tatsächlich wird gegen den Tschetschenen wegen Raubes, schwerer Erpressung, absichtlicher schwerer Körperverletzung, gefährlicher Drohung und schwerer Nötigung ermittelt, bestätigt Reinhard Steiner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Linz: „Die Erhebungen sind im Gange. Mehr können wir aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagten.“

Familie der Opfer fühlt sich total machtlos
„Das Ärgste ist, dass man sich völlig machtlos fühlt. Der Tschetschene hat den Flüchtlingsstatus, den werden wir nie wieder los. Und er ist ein Bandenmitglied. Unsere Enkelsöhne trauen sich kaum mehr aus dem Haus. Wir bringen sie derzeit auch täglich zur Schule und holen sie von dort wieder ab. Wir haben das Gefühl, keiner kann uns wirklich helfen“, sagt der Opa.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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Freitag, 30. Oktober 2020
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