10.01.2020 12:04 |

Kehlkopfbruch

Lieferant nach Polizeikontrolle in Paris erstickt

Ein 42-jähriger Lieferant wird in Paris wegen der Benutzung eines Handys am Steuer von der Polizei festgehalten. Die Polizeikontrolle eskaliert vollkommen. Mehrere Beamte müssen den tobenden Mann unter Einsatz von Körpergewalt zu Boden ringen. Wenig später ist der 42-Jährige tot. Der Zwischenfall vor einer Woche hat eine Welle der Empörung in Frankreich ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen fahrlässiger Tötung.

Laut einer Untersuchung des Leichnams erlitt Cedric Chouviat eine Fraktur des Kehlkopfs und ist offenbar daran erstickt. Die Familie des Toten wirft der Polizei tödliche Gewalt vor. Videoaufnahmen von Zeugen der Polizeikontrolle zeigen, wie mehrere Beamte den Mann bäuchlings zu Boden drücken.

Innenminister: „Fall wirft schwerwiegende Fragen auf“
Nach Angaben der Polizei hatte sich Chouviat äußerst aggressiv verhalten und die vier Polizisten körperlich bedroht. Sie hätten ihn zu Boden gedrückt, weil er sich der Festnahme widersetzt habe. Innenminister Christophe Castaner sagte, er wolle „völlige Transparenz“ in dem Fall, der „schwerwiegende Fragen“ aufwerfe.

Der Anwalt der Familie wiederum will über Berichte von Augenzeugen verfügen, die beim Verstorbenen keinerlei aggressives Verhalten gegenüber den amtshandelnden Beamten wahrnehmen konnten. Ganz im Gegenteil: Der Mopedfahrer soll ziemlich rasch mit gezielten Handgriffen zu Boden gebracht worden sein.

Polizeigewahrsam: Seit 2003 sechs Todesfälle
Mehrere französische Politiker, unter ihnen Grünen-Chef Julien Bayou, forderten ein Verbot der umstrittenen Polizeipraxis, Verdächtige frontal zu Boden zu drücken. Sie verwiesen auf sechs Fälle seit 2003, in denen Menschen in Polizeigewahrsam ums Leben kamen.

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