10.01.2020 08:57 |

Brände wüten weiter

Feuerwehrleute werden in Sydney wie Helden begrüßt

Durch eine erneute Hitzewelle und starken Wind drohen die ohnehin verheerenden Buschfeuer in Australien noch einmal angefacht zu werden. Ministerpräsident Scott Morrison sagte am Freitag, in den östlichen Bundesstaaten werde ein schwieriger Tag erwartet. „Wir sind weit entfernt vom Ende der Krise und dieser Katastrophe.“ Verstärkung war diese Woche im Anmarsch: Ein Video zeigt US-Feuerwehrleute, die bei ihrer Ankunft am Flughafen in Sydney wie Helden begrüßt wurden.

Gemeinsam mit den australischen Einsatzkräften werden sie gegen die verheerenden Brände in Victoria kämpfen, schreibt Feuerwehrchef Shane Fitzsimmons auf Twitter.

Höchsttemperaturen von 40 Grad erwartet
Australien braucht jede Hilfe, die das Land bekommen kann: Für Freitag wurden Höchsttemperaturen von 40 Grad und mehr vorhergesagt, dazu wird Wind mit Geschwindigkeiten von 90 Stundenkilometern erwartet. Betroffen davon sollten vor allem ländliche Gebiete sein, wo die Brände bereits seit Weihnachten wüten.

Seit Beginn der großen Buschfeuer im Oktober verbrannten mehr als zehn Millionen Hektar Land - mehr als die Fläche von ganz Österreich. Mindestens 27 Menschen kamen ums Leben.

Schiffe helfen bei Evakuierung
Morrison sagte, vor der Küste des am schlimmsten betroffenen Bundesstaats New South Wales würden zwei Schiffe bleiben, um bei der Evakuierung von Städten helfen zu können, falls dies nötig werde. Alleine Freitagfrüh wurden 134 Brände registriert, von denen 53 nicht eingedämmt waren. Mehrere Abschnitte der fünf Autobahnen des Staats sind gesperrt.

„Wer kann, sollte gehen“
240.000 Menschen wurden von den australischen Behörden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. „Wer kann, sollte gehen“, sagte Andrew Crisp, der die Rettungsmaßnahmen im Bundesstaat Victoria verantwortet. Dort mussten bereits in der vergangenen Woche 67.000 Menschen ihre Häuser verlassen.

Angst vor „Mega-Feuer“
Es bestehen zudem Sorgen, dass sich an der Grenze der Bundesstaaten New South Wales und Victoria zwei Großbrände zu einem „Mega-Feuer“ vereinen könnten. In Victorias Hauptstadt Melbourne und mehreren anderen Städten wollten am Freitagabend Studenten für eine bessere Klimapolitik demonstrieren - trotz Appellen der Polizei und des Premierministers, diese Veranstaltungen angesichts der Brände zu verschieben.

200.000 ehrenamtliche Feuerwehrmänner und -frauen
Auf Bildern von der besonders verwüsteten Känguru-Insel im Süden des Landes ist zu sehen, wie Tierärzte und Freiwillige verletzte Koalas behandeln, Feuerwehrleute liegen erschöpft am Boden. Um die 200.000 ehrenamtliche Feuerwehrmänner und -frauen kämpfen gegen die Brände auf dem Kontinent. Am Freitag machte der frühere Premierminister Tony Abbott als Freiwilliger in einem Brandgebiet südlich der Hauptstadt Canberra mit. Die Feuerjahreszeit sei für ihn genauso wie für alle anderen lang und anstrengend, sagte Abbott.

Das Amt für Wetterkunde hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass es nie auf dem Kontinent wärmer und trockener gewesen war als im vergangenen Jahr. Dabei reicht der Vergleichszeitraum bis 1910 zurück. Der Zusammenhang zwischen den Bränden, den geringen Niederschlägen und den hohen Temperaturen sei deutlich.

Spenden reißen nicht ab
Viele Prominente gaben bereits Geld. Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton (35) versprach eine halbe Million Dollar und rief zu weiterer Hilfe auf. „Es bricht mir das Herz, die Verwüstung zu sehen, die die australischen Buschfeuer Menschen und Tieren im Land zufügen“, schrieb der englische Mercedes-Pilot am Donnerstag in den sozialen Medien und veröffentlichte dazu ein Video, das die Notlage in Australien zeigte. „Ich verspreche 500.000 Dollar, um die Tiere, freiwilligen Helfer und die ländliche Feuerwehr zu unterstützen.“ Die Summe entspricht etwa 450.000 Euro.

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