09.01.2020 10:39 |

Nach Entlassung

Sidlo verklagt Casinos Austria auf 2,3 Mio. Euro

Nach der Entlassung des ehemaligen Casinos-Austria-Finanzvorstandes Peter Sidlo im Dezember hat dieser jetzt eine Klage auf die Auszahlung seines Vertrages eingebracht. Es soll um 2,3 Millionen Euro gehen.

Der Vertrag mit Sidlo, der nach Postenschacher-Vorwürfen auf Betreiben des Großaktionärs Sazka vorzeitig als Vorstand gehen musste, wäre noch zwei Jahre und vier Monate gelaufen. Dafür wären dem Manager und Ex-FPÖ-Bezirksrat laut „Kurier“ noch 1,9 Millionen Euro Fixgehalt und Boni sowie weitere vertragliche Ansprüche wie Sachbezüge und Pensionszusagen zugestanden.

Arbeitsrechtler stufen Sidlos Chancen vor Gericht als „gut“ ein
In einem Brief an den Casinos-Aufsichtshat habe Sidlo dem Bericht zufolge erklärt, seine Abberufung sei nicht rechtmäßig gewesen, also würden ihm weiterhin die in seinem Vertrag und im Aktiengesetz vorgesehenen Ansprüche zustehen. In einem Antwortschreiben eines Casinos-Anwalts sei nicht auf seine angebotene Verhandlungsbereitschaft eingegangen worden, also habe er sich zu einer Klage entschlossen. Laut „Kurier“, der sich auf Arbeitsrechtler beruft, stehen Sidlos Chancen, vor Gericht als Sieger hervorzugehen, „gut“.

Millionenabfindungen auch an zwei weitere Ex-Vorstände
Es ist nicht das erste Mal, dass die Casinos Austria eine Millionenabfindung an einen „gegangenen“ Vorstand zahlen müssen. Das Unternehmen musste bereits mehr als vier Millionen Euro für Zahlungen an den SPÖ-Politiker Dietmar Hoscher und rund 2,4 Millionen Euro für Ex-Chef Alexander Labak aufwenden.

Nicht wegen Unkorrektheiten entlassen, sondern aus Reputationsgründen
Der Aufsichtsrat entschied sich zur Abberufung Sidlos übrigens, obwohl der interne Untersuchungsbericht positiv ausgefallen sei. Der Bestellungsvorgang sei darin für in Ordnung befunden worden. Der Aufsichtsrat machte aber geltend, dass Umstände nach der Bestellung zu diesem Schritt geführt haben, der „zum Wohle des Unternehmens“ sei. Die Entscheidung wurde also nicht wegen Verfehlungen, sondern wegen drohender Reputationsschäden für die Casinos Austria, also zur Sicherung des guten Rufs des Unternehmens, getroffen.

Staatsanwaltschaft ermittelt, Untersuchungsausschuss kommt
Nichtsdestotrotz steht bei den Casinos Austria weiterhin der Vorwurf im Raum, dass Sidlo in der Zeit der türkis-blauen Regierung von der Novomatic - die ihre Anteile an den Casinos an Sazka verkaufen will - ein Vorstandsposten zugesagt wurde, wenn die Freiheitlichen im Gegenzug für eine Öffnung der Online-Glücksspiellizenzen eintreten. Nicht nur ermittelt die Staatsanwaltschaft seit Monaten auf Hochtouren - nachdem die Causa auch politisch hohe Wellen schlug, verständigten sich SPÖ und NEOS auf einen Untersuchungsausschuss, der Vorgänge ab dem Antritt der türkis-blauen Regierung am 18. Dezember 2017 untersuchen soll.

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