Stundenlanger Einsatz

Lkw mit 20 Tonnen Gemüse im Straßengraben gelandet

Dramatischer Großeinsatz für die Einsatzkräfte am Sonntagabend auf der L154 bei Biedermannsdorf in Niederösterreich: Ein Lkw-Fahrer hatte in einer Kurve die Kontrolle über sein Gefährt verloren und war in den Straßengraben gerast. Mehr als 100 Helfer sowie ein Notarzthubschrauber des ÖAMTC mussten ausrücken.

Erneut hat ein schwerer Verkehrsunfall die Einsatzkräfte im Bezirk Mödling auf Trab gehalten. Kurz vor 18.30 Uhr verlor am Sonntag der Lenker eines rumänischen Sattelschleppers auf der L154 in Biedermannsdorf in einer Kurve die Kontrolle über das Schwerfahrzeug. Der mit 20 Tonnen Obst und Gemüse beladene Transporter raste in den Straßengraben und kippte um.

Augenzeugen verständigten die Einsatzkräfte. Um 18.31 Uhr alarmierte die Bezirksalarmzentrale die Feuerwehren Biedermannsdorf und Laxenburg zu einem „schweren Verkehrsunfall mit mehreren eingeklemmten Personen“ mittels Pager und Sirene. Binnen weniger Minuten rückten rund 90 Helfer zum Einsatzort aus.

Zwei Opfer im Fahrzeug
Parallel dazu fuhren auch zwei Rettungswagen des Roten Kreuzes sowie ein Notarzteinsatzfahrzeug zur Unfallstelle, während ein ÖAMTC-Notarzthubschrauber ebenfalls Kurs auf Biedermannsdorf nahm. Mehrere Polizeistreifen sperrten in der Zwischenzeit die L154 für den Verkehr. „Als wir eintrafen, waren bereits die Kameraden des Rettungsdienstes vor Ort“, schildert der Biedermannsdorfer Feuerwehrkommandant Bernhard Tröszter im Gespräch mit der „Krone“. In der Fahrerkabine des umgestürzten Sattelschleppers fanden die Helfer einen Mann und eine Frau vor. Tröszter: „Die Beifahrerin war unbestimmten Grades verletzt und musste rasch sowie möglichst schonend gerettet werden. Der Fahrer war ebenfalls unbestimmten Grades verletzt, stand aber auf eigenen Füßen und war ansprechbar.“

Hubschrauber im Einsatz
Die Feuerwehrleute schnitten die Windschutzscheibe mit einer speziellen Säge auf und befreiten die Frau mittels eines Spineboards aus der Fahrerkabine. Der Fahrer kletterte anschließend selbst aus dem Wrack. „Beide Patienten wurden zur weiteren Versorgung an die Notarztteams übergeben“, so der Feuerwehr-Einsatzleiter. Nach der Erstversorgung wurde die Frau mit dem mittlerweile eingetroffenen Christophorus-Notarzthubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, während der Lenker mit dem Rettungwagen ins Spital eingeliefert wurde.

20.000 Kilo Obst und Gemüse
„Nach der Menschenrettung wurde der Anhänger geöffnet. Darin befanden sich rund 20.000 Kilogramm Obst und Gemüse. Für die Bergung war es erforderlich, den Anhänger gänzlich zu entleeren. Dafür wurde neuerlich der neu angeschaffte Teleskoplader angefordert. In Absprache mit dem Leiter des Biedermannsdorfer Wirtschaftshofes wurden wir dabei vom Gemeinde-Lkw unterstützt“, erläutert Tröszter die weiteren Maßnahmen.

Stundenlang entluden Feuerwehrleute - unterstützt von den anwesenden Polizeibeamten - die Ladung des Lkw. Erst danach konnte die eigentliche Bergung durch das Kranfahrzeug der Feuerwehr Mödling erfolgen. Tröstzer: „Abschließend wurde noch die Fahrbahn gereinigt und mit Salz bestreut, um Eisbildung zu verhindern.“ Insgesamt war die L154 mehr als acht Stunden gesperrt. Mehr als 100 Helfer von Feuerwehr, Rettung, ÖAMTC, der Gemeinde Biedermannsdorf, der Straßenmeisterei Mödling und der Polizei standen im Einsatz.

„Wir bedanken uns bei allen eingesetzten Kräften für die ausgezeichnete Zusammenarbeit“, so der Einsatzleiter abschließend.

Patrick Huber, Kronen Zeitung

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