20.12.2019 09:00 |

Pater Egon aus Admont

Weihnachten heißt Zeit und Ruhe finden

Pater Egon Homann ist Pfarrer in Admont, Regionalkoordinator fürs Ennstal, leitet das Haus der Begegnung in Graz und arbeitet als Seelsorger in einem Studentenheim. Im Trubel vor Heiligabend hat die „Krone“ ihn zu einem vorweihnachtlichen Gespräch gebeten.

„Krone“: Welche Bedeutung hat Weihnachten noch in unserer schnelllebigen Zeit?
Pater Egon: Wenn wir in die Welt blicken, den Berichten der Medien lauschen, werden wir mit großer Dunkelheit konfrontiert: Kriege und Unfrieden, Menschen in verschiedensten schwierigen Lebensumständen. In eine ebenso schwierige Zeit wurde Jesus geboren. Im Dunkel solcher Zeiten erstrahlen überall Lichter, die diese Finsternis vertreiben. Damals erstrahlte uns in der Geburt des Sohnes Gottes das größte Licht. Und dieses Licht erstrahlt auch in diesen Tagen wieder. Es ist ein Fest der Freude und der Liebe, des Friedens und der Harmonie. Diese Ausstrahlung von Weihnachten müssen wir aber in uns hineinlassen und uns bewusst darauf einlassen.

Weihnachten verbinden viele schon mehr mit Geschenken als mit dem christlichen Fest. Stört Sie das?
Nein, denn Geschenke gehören einfach zu Weihnachten dazu. Gott selbst hat uns ja zu Weihnachten ein großartiges Geschenk gemacht. Aber Geschenke sollen ein Zeichen von Liebe und Herzlichkeit sein. Sonst besteht die Gefahr, dass Weihnachten in Kitsch und Kommerz versinkt.

Wie kann man Weihnachten sinnbringend feiern?
Vor allem ist es wichtig, aus dem Trubel unseres Alltags auszubrechen und Zeit und Ruhe für sich selbst zu finden. Gottesdienste wie die Roraten oder die Christmette, Besinnungsvorträge und Einkehrtage sind Möglichkeiten, die die Kirche gerade in der (vor-)weihnachtlichen Zeit anbietet. Aber auch das Hören weihnachtlicher Musik oder besinnliche Lesungen können eine Möglichkeit sein, uns auf das Fest einzustimmen. Sich Zeit zu nehmen für Familie, Verwandte, Freunde und Bekannte ist ebenso wichtig.

Welchen Stellenwert hat die Weihnachtsgeschichte noch bei den Menschen?
Die Worte der Frohen Botschaft, dem Evangelium, von der Geburt Jesu sind praktisch allen bekannt. Die Menschen hören sie immer wieder gerne und lassen sich davon tief bis ins Herz hinein berühren.

Haben Sie zu Weihnachten besondere Momente erlebt?
Es ist immer ein besonderer Moment, zu sehen, wie sich Menschen verzaubern lassen. Besonders das Wundern und Staunen von Kindern zeigt uns die Besonderheit von Weihnachten.

Was raten Sie Menschen, die das Weihnachtsfest alleine verbringen müssen?
Den Ablauf schon im Vorhinein zu planen. Viele haben Angst vor Einsamkeit oder depressiver Stimmung. Da hilft es schon vorher zu wissen, was man tun und wie man es sich gut gehen lassen kann.

Wie verbringen Sie den Heiligen Abend?
Die Feier dieses Tages ist vor allem durch die Gemeinschaft des Ordens geprägt. Mit meiner Familie treffe ich mich schon am Samstag vor dem 24. Dezember zum gemeinsamen Essen.

Haben Sie ein Lieblingsweihnachtslied?
Das wunderschöne, weit bekannte Admonter Krippenlied „Ein Kindlein uns geboren ist…“.

Was war das tollste Weihnachtsgeschenk, das Sie je bekommen haben?
Das tollste Weihnachtsgeschenk ist für mich, wenn ich Zeit für mich und für andere haben kann.

Was wünschen Sie sich für Ihre Gemeinde und die Welt?
Dass überall, wo Menschen durch verschiedenste Umstände getrennt sind, sie an oder durch Weihnachten einen Schritt aufeinander zugehen können, um Grenzen zu durchbrechen. Vor allem wünsche ich allen ein besinnliches und gesegnetes Weihnachtsfest! Das Licht von Weihnachten möge bis in ihre Herzen scheinen und sie mit Frieden und Freude erfüllen.

Eva Stockner
Eva Stockner
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