19.12.2019 16:30 |

In Kenia

Tiroler Hilfsprojekt am Weg zur Selbstständigkeit

Als „Ärztin der Maasai“ wurde die Zillertalerin Maria Schiestl bekannt. 2017 verstarb die damals 64-Jährige überraschend. Ihr Projekt rund um ein Krankenhaus in Kenia lebt weiter und wird von der Tiroler Sterntaler-Bewegung getragen. Selbstständigkeit ist das große Ziel.

27.000 Menschen leben in der Region, in der das viele Jahre von Maria Schiestl geleitete Krankenhaus im Hochland Kenias steht. Hier leben die Loita-Maasai – Halbnomaden, für die das Spital die einzige Versorgungseinrichtung war und ist. Hier werden Kranke betreut, von hier aus wird das Gesundheits-Mobil in die entlegensten Dörfer geschickt, hier werden Frauen zu wichtigen Themen rund um Gesundheit und Emanzipation geschult.

Vorzeigeprojekt hat es nicht ganz leicht
All das ist zu einem großen Teil mit Spenden aus Tirol möglich. Das Gesundheitszentrum ist ein Vorzeigeprojekt. Es zeigt aber auch, wie schwierig Entwicklungshilfe sein kann. „Unser Ziel: Das Krankenhaus soll bis 2022 von der Regierung übernommen werden. Das ist nicht einfach in einem Land, in dem Organisationsstrukturen fehlen, nur wenige Menschen krankenversichert sind und ganz praktisch das Straßennetz sehr schlecht ausgebaut ist. In der Regenzeit schwemmt es viele Wege rund um das Spital einfach weg“, berichtet Michael Knauer von der Zillertaler Aktion Sterntaler, die Maria Schiestl von Beginn an unterstützte und nach ihrem Tod das Projekt weiterführt.

Vieles wurde erreicht, OP-Saal bleibt aber zu
Kürzlich reiste Knauer mit einer Delegation nach Kenia, um sich von den Fortschritten zu überzeugen. „Das 27-köpfige Team im Krankenhaus ist sehr engagiert und für die Maasai unverzichtbare Anlaufstelle. Mittlerweile werden auch Einnahmen durch das Verpachten von Weideflächen und über Versicherungen lukriert. Wir haben auch erreicht, dass die Regierung die Gehälter für einige Mitarbeiter zahlt“, zählt Knauer Fortschritte auf. Doch nicht alles läuft rund. Seit Jahren steht ein fast vollständig ausgestatteter und dringend benötigter OP-Saal bereit – doch es fehlt an Geld fürs Personal.

Die Selbstverwaltung des Krankenhauses – das halten die Sterntaler bis 2022 für machbar. Doch viele wichtige Leistungen werden auch dann nur mit Spenden möglich sein. Knauer zählt die mobile Klinik, die Ambulanz und vor allem das Bildungsprogramm für Frauen auf. Dieses sei unverzichtbar, durch dieses habe man heuer erreicht, dass sich der Ältestenrat der Maasai endlich gegen die Beschneidung von jungen Mädchen aussprach.

Maria Schiestls Erbe entwickelt sich dank zahlreicher Unterstützer aus Tirol – darunter das Land – weiter. Die Menschen vor Ort kämpfen um ihr Gesundheitszentrum. Und die Sterntaler in Tirol wollen sie auch 2020 unterstützen. Knauer: „Wir tun es, weil Marias Arbeit Früchte trägt. Das ist schön zu sehen.“

Weitere Infos: www.sterntaler.cc

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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