18.12.2019 16:00 |

Schizophrenie

Vorurteile beschränken Behandlungsmöglichkeiten

Alex Hofer heißt der neue Klinikdirektor der Psychiatrie I in Innsbruck. Der Facharzt und Forscher setzt sich besonders für die Entstigmatisierung von Schizophrenie ein. Die Krankheit werde derart oft mit Gefahr gleichgesetzt, dass Patienten selbst unsicher werden. Dabei sind Betroffene nur selten gefährlich.

Sie gelten als unberechenbar und gewalttätig: Menschen, die an Schizophrenie leiden, sind mit Vorurteilen konfrontiert. Das gehe sogar soweit, dass Alex Hofer von Patienten schon gefragt wurde, ob sie denn jetzt gefährlich seien. Die Stigmatisierung wirke sich nicht nur auf das soziale und berufliche Leben der Betroffenen aus, sondern auch auf die Behandlungsmöglichkeiten – „viele haben Bedenken, sich an die psychiatrische Klinik zu wenden“, wie Hofer schildert.

„Gewalttätig sind nur sehr wenige“
„Dabei gibt es heute gute Behandlungsmöglichkeiten“, betont der Arzt und erklärt: „Gewalttätig sind nur sehr wenige, der Großteil ist nicht gefährlich, das Gegenteil ist der Fall.“ Heißt: Das Risiko, Opfer von Gewalt zu werden, sei bei Menschen, die an Schizophrenie leiden vier- bis sechsmal so hoch. Auch die Darstellung Erkrankter mit Duzenden Persönlichkeiten in Filmen entspreche nicht der Realität.

Je früher behandelt wird, desto besser
Bereits seit 20 Jahren gibt es in Innsbruck eine Spezialsprechstunde für Menschen mit schizophrenen Störungen, ein international anerkanntes Schwerpunktzentrum, das als Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Behandlung dient. Denn wie bei jeder Krankheit gilt: Je früher behandelt wird, desto besser.

Düsterer Ausblick ins Jahr 2030
Laut WHO sind in den Industriestaaten in zehn Jahren fünf psychische Erkrankungen unter den häufigsten Krankheiten. „Wir stehen somit vor Herausforderungen“, so die ärztliche Direktorin Alexandra Kofler. Die Klinik liege bei Hofer aber in erfahrenen und begabten Händen, wie sein Vorgänger und Rektor W. Wolfgang Fleischhacker betont.

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