09.12.2019 16:10 |

7 Verdächtige in Haft

Attacke in Augsburg: Opfer war von Gruppe umringt

Im Fall des am Freitag totgeprügelten Feuerwehrmannes im bayrischen Augsburg sind weitere Details bekannt geworden. Der 49-Jährige war demnach von einer Gruppe von Jugendlichen umringt worden. „Dann gab es einen Schlag, der Mann fiel zu Boden“, sagte der Leiter der Augsburger Kriminalpolizei, Gerhard Zintl, am Montag. Die Attacke sei „unvermittelt von der Seite und mit voller Wucht“ gekommen.

Nach Polizeiangaben lief der Vorfall sehr schnell ab. Die Gruppe der jungen Männer habe sich nach dem schlussendlich tödlichen Schlag dann dem 50 Jahre alten Begleiter des Opfers zugewendet, der seinem am Boden liegenden Bekannten zu Hilfe kommen wollte. Der 50-Jährige sei ebenfalls attackiert und im Gesicht schwer verletzt worden.

„Aus irgendwelchen Gründen ist das Opfer auf die Gruppe zugegangen“
Der 49-Jährige sei durch einen Schlag gestorben. Die Attacke sei „unvermittelt von der Seite, mit voller Wucht“ gekommen und habe zum Tod geführt, sagte Zintl. Zum Hergang vor der Attacke sagte Zintl: „Aus irgendwelchen Gründen hat sich das Opfer umgedreht, ist auf die Gruppe zugegangen und war plötzlich umringt.“ Der Feuerwehrmann habe sich mit einem aus der Gruppe „beschäftigt“, dann sei der Schlag von der Seite gekommen. Worum es vorher gegangen sei, sagten die Ermittler zunächst nicht. Der 49-Jährige habe sich „regelkonform“ verhalten.

Sieben Verdächtigte festgenommen
Sieben Verdächtige wurden mittlerweile festgenommen, ein Richter hat Haftbefehl gegen alle Verdächtigen erlassen. Mehrere der Verdächtigen seien bereits polizeibekannt gewesen, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Rolf Werlitz am Montag. Gegen den Hauptverdächtigen werde wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt, sagte Werlitz. Den übrigen sechs werde Beihilfe zum Totschlag und gemeinschaftlich begangene Körperverletzung vorgeworfen.

Verdächtige fielen mit mehreren Dialekten auf
Die Ermittler hatten am Sonntag zunächst zwei 17 Jahre alte Verdächtige festgenommen. Anschließend wurden auch die weiteren Mitglieder der Gruppe gefasst. Bei dem 17-Jährigen, der den 49-Jährigen geschlagen haben soll, handelt es sich um einen Deutschen, der auch die türkische und die libanesische Staatsbürgerschaft besitzt. Der andere 17-Jährige ist ein gebürtiger Augsburger mit italienischer Staatsbürgerschaft. Einige der Verdächtigen seien mit mehreren Delikten aufgefallen, zwei der Männer auch mit Körperverletzung, sagte Zintl. Alle Verdächtigen seien in Augsburg geboren.

Waren Alkohol und Drogen im Spiel?
Bisher konnten die Ermittler keine Angaben machen, ob die jungen Tatverdächtigen mit Drogen berauscht waren. Zu Alkohol im Blut könne nach der langen Zeit zwischen Tat am Freitag und Festnahme am Sonntag nichts gesagt werden, sagte Zintl. Ob die Verdächtigen andere Drogen vor der Tat nahmen, ließ der Beamte offen.

Augsburger Feuerwehr trauerte um Kameraden
Nach der tödlichen Attacke herrschte in der Stadt Trauer und Entsetzen - vor allem bei den Kameraden des getöteten Feuerwehrmannes. Am Sonntagvormittag gedachten etwa 100 bis 150 Feuerwehrleute nahe dem Tatort in einer berührenden Trauerfeier ihres getöteten Kollegen.

Opfer war auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs
Der 49 Jahre alte Mitarbeiter der Augsburger Berufsfeuerwehr war am Freitagabend mit seiner Frau und einem befreundeten Paar auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs und anschließend in einem Restaurant. Auf dem Heimweg gingen die beiden Frauen voraus, der 49-Jährige folgte mit seinem 50 Jahre alten Bekannten. Dabei kam es zum Streit mit den Jugendlichen bzw. jungen Männern, der für den Feuerwehrmann tödlich enden sollte. Die Frauen blieben körperlich unverletzt.

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